Viele Menschen haben Urlaub genommen
Streiktag ließ die Österreicher kalt

Wien-Südbahnhof, kurz vor Mittag. Das Gebäude ist praktisch leer gefegt. Lediglich eine Hand voll Rucksacktouristen sitzt in der Kassenhalle, ein Radfahrer saust durch die Gänge. Es ist der bisher größte Streiktag in Österreich, doch er lässt die Österreicher weitgehend kalt: Das befürchtete Chaos ist ausgeblieben.

HB/dpa WIEN. 24 Stunden lang stehen an diesem Dienstag die öffentlichen Verkehrsmittel im ganzen Land still, es fahren keine Personenzüge, Straßenbahnen und U-Bahnen sind in den Garagen geblieben und es sind auch kaum Autobusse unterwegs. Einzig der Flugverkehr läuft praktisch reibungslos.

Da auch Schulen, Kindergärten und andere Kinderbetreuungseinrichtungen geschlossen bleiben, haben viele Menschen einen Urlaubstag genommen und sind nicht zur Arbeit gekommen. Die Bäder sind an diesem sommerlich-heißen Tag hingegen schon am Vormittag bestens besucht.

Am Wiener Westbahnhof treffen nur vereinzelt Touristen ein, die die österreichische Hauptstadt mit dem Zug verlassen wollen. Unter ihnen ist ein Rentner-Ehepaar aus Freiburg. Sie nehmen den Streik gelassen. „Wir suchen uns jetzt ein Hotel, sonst müssen wir die Nacht hier am Bahnhof verbringen“, sagt der rüstige Herr, zwinkert und rollt den Koffer in Richtung Ausgang.

Auch zwei Angestellte der Deutschen Bahn sind in Wien gestrandet. Sie waren am Montagabend angekommen und müssen ihren Aufenthalt jetzt um 24 Stunden verlängern. „Wir können es eh nicht ändern. Jetzt werden wir uns eben einen schönen Tag in Wien machen.“ Ähnlich sieht es das Paar aus Amsterdam, das auf dem Weg nach Budapest ist: „Geht's eben erst morgen weiter.“ Pech hat freilich, wer sich nicht rechtzeitig informierte: Fernzüge aus den Nachbarländern wie Deutschland enden ohne weiterführenden Ersatz spätestens an den Grenzbahnhöfen.

Die Straßen sind weitgehend leer gefegt. Wer keinen Urlaub nehmen wollte oder konnte, bildete Fahrgemeinschaften, fuhr mit dem Fahrrad ins Büro oder ging gar zu Fuß. Zahlreiche Menschen erlebten eine Überraschung: Weil sie mit Staus rechneten, fuhren sie früher los und erschienen viel zu früh am Arbeitsplatz.

Staus gibt es hingegen auf vielen Radwegen in den Innenstädten. Manch ein Radfahrer ist allerdings ziemlich unsicher auf dem offensichtlich selten benutzen Gefährt unterwegs. Inline-Skater sind ebenso gefragt wie die Roller und Scooter der Kids. Denn die blieben angesichts geschlossener Schulen ohnedies zu Hause.

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