Viele Probleme bleiben
Triumph für George W. Bush

Die überraschende Festnahme Saddams dürfte dem amerikanischen Präsidenten neuen Auftrieb geben und die Kritik an seinem Vorgehen im Irak - zumindest im eigenen Land - leiser werden lassen.

HB WASHINGTON. Immer und immer wieder liefen die demütigenden Bilder des gefangenen Saddam Hussein am Sonntagmorgen über die Fernsehschirme der amerikanischen TV-Sender. „Ein Triumph für US-Präsident George W. Bush“ - darin waren sich alle amerikanischen Kommentatoren einig. Doch der Präsident, der schon am Samstagabend den ersten Hinweis auf den Coup erhalten hatte, überließ erst einmal den Militärs, irakischen Vertretern in Bagdad und dem britischen Premier Tony Blair die Bühne der internationalen Medien.

Es war dennoch ein großer Tag für George W. Bush, unabhängig davon, dass ein Ende der blutigen Auseinandersetzungen im Irak keineswegs sicher ist. Die US-Militärs fürchten im Gegenteil gerade in der kommenden Woche wütende Reaktionen mit Anschlägen von Saddam- Anhängern. Aber dennoch hofft Washington nach der Festnahme des „Tyrannen“ - und des nach Osama Bin Ladens meistgesuchten Mannes der Welt - auf eine Wende im Nachkriegs-Irak.

Die US-Regierung rechnet nach der Festnahme von Saddam 250 Tage nach Kriegsbeginn im Irak zumindest mittelfristig mit der deutlichen Schwächung des Widerstands gegen die Besatzungsmacht und die neue irakische Führung. Vor allem werde die Angst vieler Iraker schwinden, mit den neuen Machthabern zu kooperieren. Allerdings berichtete ein Militärexperte im Radiosender NPR, es könne auch sein, dass Saddam von rivalisierenden Organisationen verraten worden sei, um eine eigene, möglicherweise islamistisch geprägte Strategie des bewaffneten Widerstandes durchzusetzen.

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