Viele Tote bei Gefechten in Falludscha
Irak: Koalitionstruppen wollen "Mahdi-Armee" zerstören

In der Nacht zum Mittwoch sind bei neuen Gefechten in der westirakischen Stadt Falludscha nach Augenzeugenberichten un Ärzten 48 Iraker und mehrere US-Soldaten getötet worden. Die Koaltionstruppen sind dazu übergegangen, die Miliz des radikalen schiitischen Predigers Muktada el Sadr zu zerschlagen.

HB FALLUDSCHA. Ein irakischer Augenzeuge sagte, er habe in einem Viertel der Stadt auf den Straßen die Leichen von zehn amerikanischen Soldaten gesehen. Dafür gab es von der US-Armee zunächst keine Bestätigung. Ein weiterer Augenzeuge erklärte, er habe bei Falludscha den Absturz eines US-Armeehubschraubers beobachtet. Ärzte in Falludscha sagten, rund 100 Verletzte seien ins Krankenhaus gebracht worden.

Ein Augenzeuge erklärte, unter den Toten seien 25 Mitglieder einer Großfamilie, deren Haus von einer Rakete getroffen worden sei. Die Amerikaner griffen am Morgen mehrere Ziele in der Stadt aus der Luft an. Die US-Soldaten haben die Stadt mit ihren rund 300 000 Einwohnern, die als Hochburg der Aufständischen gilt, abgeriegelt.

In der Schiiten-Stadt Kerbela wurden am Morgen nach Augenzeugenberichten fünf iranische Pilger getötet, als polnische Soldaten das Feuer auf den Kleinbus der Iraner eröffnet hätten. Ein Ladenbesitzer aus Kerbela sagte, amerikanische und polnische Soldaten hätten neben seinem Geschäft zwei Iraker getötet sowie zwei Läden zerstört. In der Nacht zum Mittwoch waren in Kerbela drei Iraker bei Zusammenstößen mit Koalitionstruppen getötet worden.

Die Koalitionstruppen im Irak sind nach Angaben des US-Militärs dazu übergegangen, die Miliz des radikalen schiitischen Predigers Muktada el Sadr, die so genannte Mahdi-Armee, zu zerschlagen. „Wir tragen den Kampf an den Feind heran“, sagte der US- Militärsprecher im Irak, General Mark Kimmitt, am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in Bagdad. „Wir gehen zielgerichtet, präzise und machtvoll vor“, fügte er hinzu. Dies gelte auch für Widerstandsnester westlich von Bagdad.

Kimmit trat dem Vorwurf entgegen, die laufenden Militäroperationen gegen schiitsche Milizen und sunnitische Aufständische würden unverhältnismäßig viele zivile Opfer fordern. „Wir nehmen extreme Mühen auf uns, um zivile Ziele auszusparen“, sagte er. Anders lautende Medienberichte bezeichnete er als „überzogen“. Allerdings würden Aufständische versuchen, „eine Bevölkerung, die sie mehrheitlich nicht unterstützt, in das Kampfgeschehen hineinzuziehen“.

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