Viele Tote
Blutige Anschlagswelle im Irak

Bei landesweiten Anschlägen haben Terroristen mindestens 46 Menschen getötet. Betroffen ist auch der streng abgeriegelte Palastkomplex des früheren Präsidenten Saddam Hussein.
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Bagdad/TikritNoch vor Tagesanbruch haben Terroristen am Montag den Irak mit einer Welle blutiger Sprengstoffanschläge überzogen. Nach Angaben von Polizisten und Krankenhausärzten starben landesweit mindestens 46 Menschen. Dutzende von Zivilisten wurden verletzt.

In der 170 Kilometer südlich von Bagdad gelegenen Stadt Al-Kut explodierte am frühen Morgen vor der Al-Batur-Geburtsklinik ein Sprengsatz. Als dann nach der Explosion Helfer und Schaulustige zusammenliefen, detonierte eine zweite Bombe, die in einem Auto versteckt worden war. Ärzte vor Ort sprachen von 34 Toten und 68 Verletzten.

Etwa zur gleichen Zeit drangen in der nördlichen Stadt Tikrit drei Terroristen in den normalerweise streng abgeriegelten Palastkomplex des früheren Präsidenten Saddam Hussein ein. Sie töteten zwei Polizisten und den Chef einer Anti-Terror-Einheit, zehn weitere Polizisten wurden verletzt. Ein Polizeisprecher erklärte, einer der Angreifer habe sich mit einem Sprengstoffgürtel in die Luft gesprengt. Ein zweiter Attentäter, der den Angaben zufolge ebenfalls einen Gürtel mit Sprengstoff trug, wurde von einem Wachtrupp erschossen. Der dritte Terrorist sei entkommen.

In Ramadi, westlich von Bagdad, kamen bei einen Sprengstoffanschlag zwei Polizisten ums Leben. Eine Autobombe in der nördlich von Bagdad gelegenen Ortschaft Chan Bani Saad kostete nach Informationen der Agentur Sumeria News fünf Zivilisten das Leben. Der Nachrichtensender Al-Arabija berichtete von einem weiteren Anschlag in Bagdads Al-Mansur-Viertel.

Bei einem Bombenanschlag auf eine Kirche in der nordirakischen Stadt Kirkuk sind 23 Menschen verletzt worden. Die Autobombe sei in den frühen Morgenstunden vor einer syrisch-katholischen Kirche explodiert, teilte Polizeisprecher Oberst Taha Salaheddin mit.

In Fahrzeugen versteckte Sprengsätze vor zwei weiteren Kirchen in Kirkuk seien von den Sicherheitskräften entschärft worden. Im Irak werden immer wieder Anschläge auf Christen verübt. Seit dem Beginn des Irakkriegs 2003 haben rund eine Million Christen das Land verlassen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

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