Viele Tote
Drei Festnahmen nach Anschlägen von Istanbul

Nach den beiden Bombenanschlägen von Istanbul hat die Polizei laut einem Zeitungsbericht drei Jugendliche festgenommen. Bei der Detonation von zwei Bomben im Abstand von wenigen Minuten kamen am Sonntagabend nach Behördenangaben vom Montag 17 Menschen ums Leben.

HB ISTANBUL. Die 16 und 17 Jahre alten Jugendlichen seien im Keller einer Wohnung in der Nähe des Explosionsorts aufgegriffen worden, schrieb die Zeitung „Milliyet“. Die Polizei habe damit am Sonntagabend auf einen Hinweis von Anwohnern reagiert. Die drei hätten erklärt, sie hätten sich in dem Keller versteckt, weil sie nach den Explosionen Angst bekommen hätten, schrieb das Blatt.

Die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK lehnte laut „Milliyet“ jegliche Verantwortung für den Terroranschlag in Istanbul ab. Dies berichtete die Zeitung unter Berufung auf einen Geheimdienstmitarbeiter in Ankara.

154 Menschen wurden bei dem Angschlag verletzt, berichtete der Nachrichtensender CNN-Turk am Montag unter Berufung auf Krankenhausärzte auf seiner Webseite.

Premierminister Recep Tayyip Erdogan sagte seine Termine für Montag ab, um nach Istanbul zu reisen. Präsident Abdullah Gul verurteilte die Angriffe.

Die Regierung hatte bislang von einem Terroranschlag gesprochen. Welche Terrorgruppe das Attentat verübt habe, sei jedoch unklar, sagte der stellvertretende Ministerpräsident Hayati Yazici. Die Sicherheitsbehörden vermuteten die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK hinter dem Anschlag, berichtete der türkische Nachrichtensender NTV.

Nato-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer verurteilte den Bombenanschlag in Istanbul scharf. „Dieser abscheuliche Terrorangriff war gezielt und brutal gegen Zivilisten gerichtet“, heißt es in einer Erklärung De Hoop Scheffers vom Montag in Brüssel. Die Nato werde „auch weiterhin entschlossen an der Seite des türkischen Volkes im Kampf gegen den Terrorismus stehen“.

Nach Angaben des Gouverneurs von Istanbul, Muammer Güler, wurde gegen 21.45 Uhr Ortszeit eine kleine Bombe in einem Abfallkorb auf einer belebten Straße des europäischen Stadtbezirks Güngören gezündet. Als Menschen herbeiströmten, sei die eigentliche Bombe gegen 22 Uhr explodiert. Güler sagte, er sei sich sicher, dass es ein Terroranschlag war. Ziel des Attentats sei es gewesen, so viele Menschen wie möglich zu treffen.

Der Sender NTV berichtete, Sicherheitskreise gingen von einem Anschlag der PKK aufgrund von Ähnlichkeiten mit anderen Anschlägen aus. Vor allem die Methode, erst eine Bombe zu zünden und dann eine zweite, weise darauf hin.

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