Viele Tote in Daraa
USA drohen Syrien mit Sanktionen

Damaskus geht immer härter gegen die demonstrierende Opposition vor. Mit Panzern rückten Soldaten in die südliche Grenzstadt Daraa ein, eine Hochburg der Proteste. Regimekritiker berichten von 39 Toten.
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Kairo/Damaskus/WashingtonDie USA haben die jüngsten blutigen Militäreinsätze in Syrien mit Hunderten Toten scharf verurteilt und dem Regime in Damaskus mit „gezielten Sanktionen“ gedroht. Die US-Führung prüfe eine Reihe von Optionen als Reaktion auf die nicht zu akzeptierende Gewalt gegen Demonstranten, sagte Regierungssprecher am Montag im Weißen Haus. Eine der Optionen seien Sanktionen.

Das Regime des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad weitete am Montag mit einem großem Militäreinsatz das Vorgehen gegen Regimegegner im Süden des Landes aus. Nach Angaben aus der Protestbewegung wurden erneut mindestens 39 Menschen getötet, als mehrere tausend Soldaten mit Panzern in die Stadt Daraa einrückten. Zudem seien Strom und Telefonleitungen gekappt worden, berichtete die Bewegung auf Internetseiten. Daraa ist eines der Zentren des Aufstandes. Inmitten des Militäreinsatzes schloss die syrische Regierung die Grenze zum Nachbarland Jordanien. Die Entscheidung habe Damaskus einseitig getroffen, zitierte die amtlichen jordanische Nachrichtenagentur Petra einen Sprecher der Regierung in Amman.

Der syrische Zoll-Generaldirektor Mustafa Bukai bestritt die Schließung. „Der Verkehr von Autos und Waren läuft normal“, sagte er laut der staatlichen syrischen Nachrichtenagentur Sana. Die syrische Staatsmacht versucht seit Wochen mit Gewalt und Festnahmen die Massenproteste zu beenden. Die Führung in Damaskus stellt die Demonstrationen als Angriff krimineller Banden auf die Sicherheitskräfte dar und greift hart durch.

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  • Ich kann den Mist mit dem Öl langsam nicht mehr lesen. Wird in Lybien eingegriffen heißt es "wegen dem Öl". Wird nicht eingegriffen heißt es: "man steckt mit Tyrannen unter einer Decke und missachtet Menschenrechte um die Ölversorgung nicht zu gefährden". Würde mehr Öl als vorher aus dem Irak exportiert und der Ölpreis sinken, würde es heißen: "klar, Angriff um billig ans Öl zu kommen". Kommt die Ölförderung nicht in Schwung: "Krieg um Öl künstlich zu verknappen, damit Exxon und Co. mehr verdienen". Kann mir jetzt noch jemand mit Öl oder Gas erklären warum Afghanistan, früher Somalia oder Vietnam :-) ? Ihr "Kein Krieg für Öl-Schreier" werdet langsam paranoid. Bei dem was jetzt in der arabischen Welt los ist, müssten die USA langsam jedes Land von Marokko bis Pakistan besetzen.

  • Aber bitte nicht vergessen: Das Völkerrecht erlaubt nicht die Absetzung einer Regierung von außen, so wie es falsch ist, das gerade in Libyen zu erreichen.
    Besser nicht mit Waffen sondern mit intensiven diplomatischen Gesprächen. Alle Regierenden hinfliegen und dem Regenten ins Gewissen reden. Dann stirbt auch keiner.
    Wenn bisher Waffen geredet haben, sind nur noch mehr unschuldige Menschen umgegekommen.
    Zum Beurteilung des Völkerrechts habe ich einige Stellen gefunden, die Aufschluss geben: http://bit.ly/h9mZti

  • Guten Tag;... In Tel Aviv sitzen welche die haben noch viel weniger Geduld. Passt bloss auf nicht dass die nicht eine Graben vom Mittelmeer bis in den Golf bomben. Besten Dank

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