Vier Fragen an: Isaac Herzog: "Gaza-Aufbau international finanzieren"

Vier Fragen an: Isaac Herzog
"Gaza-Aufbau international finanzieren"

Die radikal-islamische Hamas darf sich der Wiederaufbauhilfe der Geberländer nicht bemächtigen. Israels Sozialminister Isaac Herzog, Leiter der humanitären Hilfe im Gazastreifen, äußert sich im Handelsblatt-Interview zu den Möglichkeiten eines schnellen Wiederaufbaus im Gazastreifen.

Handelsblatt: Sie fordern, dass beim Wiederaufbau von Gaza die radikal-islamische Hamas nicht beteiligt werden soll. Wie soll das gehen, wo die Hamas doch nach wie vor im Gazastreifen regiert?

Isaac Herzog: Wir müssen zusammen mit den Geberländern, Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas und den Ägyptern eine Formel finden, wie das Geld zum Wohle der Palästinenser in Gaza eingesetzt wird, ohne dass sich die Hamas der Hilfe bemächtigt.

Das wird allerdings schwierig sein: Die Hamas ist auch nach drei Wochen Krieg immer noch stark.

Die Hamas macht viel Lärm in den Medien. Aber in Tat und Wahrheit ist sie sehr geschwächt. Die Bevölkerung in Gaza ist wütend auf die Hamas, weil sie diese Katastrophe über sie gebracht hat, und sie fordert von ihr Antworten auf diese Tragödie. Deshalb wird es Abbas leicht fallen, sich in Gaza gegen die Hamas durchzusetzen. Die Hamas und ihre Erzterroristen dürfen nicht in der Lage sein, die Wiederaufbauarbeiten zu leiten.

In Europa ist die Forderung zu hören, Israel müsse sich an den Kosten für den Aufbau von Gaza beteiligen.

Wer das verlangt, vergisst den Grund für unsere Angriffe. Aufgrund all unserer Informationen rührt der Schaden daher, dass die Hamas ihre Raketen und Munitionslager in zivilen Einrichtungen untergebracht hat - in Wohnhäusern, Krankenhäusern, Moscheen, Schulen. Die Tunnel der Schmuggler waren unter Häusern verborgen.

Wird Ihre Regierung den Geberländern, die sich am Wiederaufbau von Gaza beteiligen, eine Garantie geben, dass es nicht ein weiteres Mal zu Zerstörungen kommen wird?

Hinter den Aufbau im Gazastreifen muss sich die ganze internationale Gemeinschaft stellen. Sie erkennt ja die Notwendigkeit von zwei Staaten an, die in guter Nachbarschaft nebeneinander leben sollen: Israel und Palästina. Die Zwei-Staaten-Lösung ist indes nicht möglich, wenn in Gaza die Terrororganisation Hamas regiert.

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