Vier Männer entführt
Russischer Diplomat in Bagdad erschossen

Das Morden im Irak geht weiter. Beim bislang schwersten Überfall auf Diplomaten in Bagdad haben unbekannte Bewaffnete am Samstag einen russischen Botschaftsvertreter erschossen und vier weitere entführt.

HB BADGAD/MOSKAU. Das irakische Innenministerium wie auch das russische Außenministerium in Moskau hätten die Information bestätigt, meldeten russische Agenturen. Das russische Außenministerium teilte mit, es unternehme im Kontakt mit irakischen Stellen und dem Kommando der Koalitionstruppen alle Anstrengungen zur Freilassung der Entführten.

„Unbekannte haben ein Auto angegriffen, in dem Mitarbeiter der russischen Auslandsvertretung dienstlich unterwegs waren“, teilte die Presseabteilung des Außenministeriums mit. Diesen Angaben nach ereignete sich der Angriff gegen 13.45 Uhr Ortszeit (11.45 Uhr MESZ) im Stadtteil Mansur nahe der russischen Botschaft. „Ein Mensch wurde getötet, vier sind entführt worden“.

Den Informationen nach hatten die Angreifer mit drei Autos den Wagen der Russen zum Halten gezwungen und beschossen. Drei Entführte seien einfache Botschaftsmitarbeiter, der vierte ein Diplomat im höheren Dienst, meldete die Agentur Itar-Tass.

Russland hatte vor dem Irak-Krieg enge Beziehungen zu dem damaligen Machthaber Saddam Hussein unterhalten. Moskau kritisierte den von den USA und Großbritannien geführten Krieg zum Sturz Husseins immer wieder und äußerte in den vergangenen Monate mehrfach Sorge über die instabile Lage im Irak.

Im Diplomatenviertel von Bagdad wurden in der Vergangenheit mehrfach Mitarbeiter arabischer Botschaften entführt. Im vergangenen Monat kam ein Angehöriger der Botschaft der Vereinigten Arabischen Emirate nach zwei Wochen Geiselhaft auf freien Fuß. Im Laufe des Jahres 2005 waren zwei Algerier, ein Ägypter und zwei Marokkaner gekidnappt worden. Alle fünf wurden von ihren Entführern umgebracht.

Besonders betroffen war am Samstag die 60 Kilometer nordöstlich von Bagdad gelegene Stadt Bakuba und ihre Umgebung. In der Stadt starben bei einem Feuerüberfall auf einen Polizeiposten mindestens sieben Menschen. Ein Kind seine Mutter und der Fahrer eines Krankenwagens kamen nach Polizeiangaben ums Leben, als auf einer Überlandstraße ein Sprengsatz detonierte. Ebenfalls in der Nähe von Bakuba fand die Polizei Kartons mit acht abgetrennten Köpfen von Irakern. In einem der Kartons lag der Kopf eines Stammesscheichs und ein Zettel, auf dem er für die Ermordung von vier Ärzten und einem Gouverneur verantwortlich gemacht wurde.

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