Vier Minus Eins Ukraine-Gipfel ohne Russland

In der Ukraine ist weiter Krieg. Manche halten die Friedensvereinbarungen für gescheitert. Ein halbes Jahr danach gibt es einen neuen Gipfel in Berlin – ohne Putin, aber mit schlechten Nachrichten für die Wirtschaft.
Update: 24.08.2015 - 20:25 Uhr 9 Kommentare
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) empfängt den französischen Präsidenten Francois Hollande und den ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko in Berlin. Quelle: dpa
Merkel, Hollande und Poroschenko

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) empfängt den französischen Präsidenten Francois Hollande und den ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko in Berlin.

(Foto: dpa)

BerlinEigentlich hätte Petro Poroschenko am Montag auch so schon genug zu tun gehabt. Große Feiern zum 24. Jahrestag der Unabhängigkeit von der Sowjetunion, mit Rede auf dem Maidan, Militärparade durch Kiew und festlichem Konzert am Abend - als Präsident ist man am Nationalfeiertag ja eher beschäftigt, nicht nur in der Ukraine. Doch Poroschenko hielt es nicht im eigenen Land.

Stattdessen war der Multimillionär in Berlin, für ein neues Krisentreffen mit Angela Merkel und Frankreichs Präsident François Hollande im Kanzleramt. Ziel der Veranstaltung: Endlich wieder Schwung in die Bemühungen um eine Friedenslösung für den Osten der Ukraine bringen. Dort bekriegen sich Regierungstruppen und prorussische Separatisten weiterhin, allen Vereinbarungen zum Trotz.

Ein halbes Jahr nach dem Friedensplan von Minsk stehen die Zeichen wieder verstärkt auf Konfrontation. Zwar hatte die Einigung auf einen Waffenstillstand die Lage für eine Weile einigermaßen beruhigt. Und es gelang, die ganz große Eskalation zu vermeiden. Aber heute berichten beide Seiten wieder fast jeden Tag von neuen Toten. Vom politischen Teil der Abmachungen sind viele Punkte noch nicht einmal im Ansatz umgesetzt. Nicht wenige halten das Ganze für gescheitert.

Grund genug also für neue diplomatische Anstrengungen, um die Vereinbarungen zu retten. Nur, dass der vielleicht wichtigste Beteiligte von Mitte Februar beim Gipfel im Kanzleramt gar nicht erst dabei war: Russlands Präsident Wladimir Putin. Das Dreiertreffen - auch noch ausgerechnet am ukrainischen Nationalfeiertag - sorgte in Moskau für einigen Verdruss.

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9 Kommentare zu "Vier Minus Eins: Ukraine-Gipfel ohne Russland"

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  • Es geht nicht darum, was Frau Merkel sollte oder nicht sollte.... ihre Meinung ist für den ständigen offen oder verdeckt handelnden Kriegstreiber USA völlig unerheblich.
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    So lange es einen US-Präsidenten gibt, der klar und unmissverständlich sagt :

    “ Amerika muss auf der Weltbühne immer führen,“ wird es keinen Frieden geben und die Menschheit "bis auf die geplante 1 Milliarde, die überleben soll" ausgelöscht werden.
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    Die derzeit noch „nützlichen Idioten“ haben noch ihren Part zu spielen, bis sie nicht mehr gebraucht werden.

  • Der sich heute ach so besonnen gebende Steinmeier hat vor 1,5 Jahren noch mit dem Vorsitzenden der NPD-Schwesterpartei Swoboda auf Augenhöhe verhandelt und bleibt einer der Hauptverantwortlichen für die ukrainische Tragödie.
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    Und Merkel müßte versuchen, nicht die Ukraine, sondern die USA zur Vernunft zu bringen, von denen die Marionette aus Kiew seine Anweisungen bekommt.
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    Und Russland wird schließlich bald zu der überfälligen Einsicht gelangen, daß Verhandlungen mit der aktuellen Vasallengeneration nur Zeitverschwendung sind und eine Lösung nur direkt mit deren Hegemon zu erreichen ist.
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    Eventuelle Flüchtlingsströme aus der Ukraine werden von Deutschland und Co. natürlich genauso zuvorkommend zu behandeln sein wie es zuvor die Russen getan haben.

  • Die Ukraine ist bereits vernichtet und wird nur durch die Krallen der NATO notdürftig zusammen wie am Leben gehalten. Und das auch nur, weil die USA ein Kriesginteresse gegen Russland in der Ukraine verfolgen.
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    Schon vor dem Putsch war die Ukraine wirtschaftlich am Boden, das Angebot Russlands, in die Zollunion aufgenommen zu werden, wäre lebensrettend gewesen, da grätschten die USA zwischen und organiserten den Putsch mit anschließenden Zerfall.
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    Die Ukraine ist seitdem ein Schwelbrand, der ein Loch in die wirtschaftliche Landkarte Europas brennt. Schon die unsinnigen Kriegskosten sind für das bankrotte Land unbezahlbar, die Menschen dort verzweifelt in Armut und politischer Repression.
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    Aber weder Merkel noch Hollande haben die Kraft, sich aus dem Würgegriff Washingtons zu lösen.

  • Deutschland bedarf einer Perspektive in den Beziehungen mit Russland. Die Sanktionen, die wegen der Situation in der Ukraine verhängt wurden, können nicht „die letzte Antwort“ sein. Dies erklärte Bundesaußenminister Frank Walter-Steinmeier bei einer Pressekonferenz in Berlin.
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    „Eines weiß ich: Es kann eine europäische Friedensordnung nur mit einer Einbindung Russlands geben. Die Welt kämpft derzeit mit vielen Konflikten. (…) Und in vielen dieser Krisen – allen voran in Syrien – werden wir ohne Russland keine Lösung finden“, sagte Steinmeier.
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    HOFFENTLICH REGNET ES IN BERLIN UND BRÜSSEL BALD GEHIRN !!!

  • http://www.counterpunch.org/2015/08/24/kiev-mobilized-for-full-scale-aggression-on-donbass/

  • Schaut euch einmal Berichte über MARXLOH (Stadtteil von Duisburg) an.....dann bekommt Ihr schon einmal einen kleinen Eindruck von dem was Euch bald erwartet !!!

  • Neue Flüchtlings-Welle droht: Europa muss die Ukraine befrieden
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    Die EU und allen voran Deutschland sollten aus der Flüchtlings-Katastrophe die Konsequenzen ziehen: Die Ukraine darf nicht in einen neuen militärischen Konflikt schlittern. Es muss eine gemeinsame Lösung mit Russland gefunden werden – und zwar bald. Sonst ist das Land wirtschaftlich zerstört. Dies würde zu massiven Vertreibungen führen, mit einer neuen Flüchtlingswelle in Richtung Deutschland.
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    Am Montag haben sich in Berlin Deutschland, Frankreich und die Ukraine getroffen. Merkel begründete die Tatsache, dass Russland nicht am Tisch war. Merkel erklärte, es sei darum gegangen, «aus ukrainischer Perspektive» Fragen vertieft zu besprechen. «Sie können davon ausgehen, dass es gleichrangige Kontakte mit dem russischen Präsidenten gibt», betonte die Kanzlerin. Und: «Ich schließe auch nicht aus, dass man sich wieder zu viert trifft.» Ein solches Treffen bezeichnete auch Hollande als wichtig.
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    Außenminister Frank-Walter Steinmeier, ohnehin einer der besonnensten Politiker in diesem Trauerspiel, sagte: «Es kann eine europäische Friedensordnung am Ende nur mit der Einbindung Russlands geben.»
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    Selbst ohne erneuten Kriegsausbruch wird sich die Lage in der Ukraine dramatisch verschlechtern: Die neuen Kredite des IWF und der EU werden dazu dienen, den IWF auszubezahlen. Für wirtschaftliche Impulse hat die Regierung in Kiew keine Spielräume.
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    Die Folgen sind klar: Eine Flüchtlingswelle aus der Ukraine in Richtung Westeuropa ist nur eine Frage der Zeit.

  • Donald Trump: Ich würde mich „sehr gut“ mit Putin verstehen (Schweiz Magazin)
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    Der republikanische Spitzenreiter erzählte Ende Juli bei einem Golfturnier in Schottland seinem Publikum, dass er Brücken zu Russland und China bauen wolle, wenn er zum Präsidenten gewählt wird.

    Donald Trump hat angekündigt, dass er "sehr gut" mit Wladimir Putin auskommen würde, wenn er zum Präsidenten gewählt wird. Er attackierte die Diplomatie der Vereinigten Staaten und die politische Korrektheit für die Tatsache, dass die Vereinigten Staaten das weltweit am meisten gehasste Land seien. "Die Leute fragen immer, was meinst du? Ich denke nur, wir würden es besser machen. Putin hasst Obama. Obama hasst ihn. Wir haben unglaublich schlechte Beziehungen."

    Der 69-jährige Spitzenkandidat für die Republikaner, macht Präsident Obama und Hillary Clinton für die zerstörten Beziehungen zu Russland und China verantwortlich.

  • >> Ende September in New York ein Treffen von Merkel, Hollande und Poroschenko mit Putin geben wird. >>

    Dort wird Putin wohl die endgültigen Beweise und Nachweise für den Abschuß des MH 17 präsentieren.

    Die westlichen Politschmarotzer können sich schon mal warm anziehen......!


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