Vier Minus Eins
Ukraine-Gipfel ohne Russland

In der Ukraine ist weiter Krieg. Manche halten die Friedensvereinbarungen für gescheitert. Ein halbes Jahr danach gibt es einen neuen Gipfel in Berlin – ohne Putin, aber mit schlechten Nachrichten für die Wirtschaft.
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BerlinEigentlich hätte Petro Poroschenko am Montag auch so schon genug zu tun gehabt. Große Feiern zum 24. Jahrestag der Unabhängigkeit von der Sowjetunion, mit Rede auf dem Maidan, Militärparade durch Kiew und festlichem Konzert am Abend - als Präsident ist man am Nationalfeiertag ja eher beschäftigt, nicht nur in der Ukraine. Doch Poroschenko hielt es nicht im eigenen Land.

Stattdessen war der Multimillionär in Berlin, für ein neues Krisentreffen mit Angela Merkel und Frankreichs Präsident François Hollande im Kanzleramt. Ziel der Veranstaltung: Endlich wieder Schwung in die Bemühungen um eine Friedenslösung für den Osten der Ukraine bringen. Dort bekriegen sich Regierungstruppen und prorussische Separatisten weiterhin, allen Vereinbarungen zum Trotz.

Ein halbes Jahr nach dem Friedensplan von Minsk stehen die Zeichen wieder verstärkt auf Konfrontation. Zwar hatte die Einigung auf einen Waffenstillstand die Lage für eine Weile einigermaßen beruhigt. Und es gelang, die ganz große Eskalation zu vermeiden. Aber heute berichten beide Seiten wieder fast jeden Tag von neuen Toten. Vom politischen Teil der Abmachungen sind viele Punkte noch nicht einmal im Ansatz umgesetzt. Nicht wenige halten das Ganze für gescheitert.

Grund genug also für neue diplomatische Anstrengungen, um die Vereinbarungen zu retten. Nur, dass der vielleicht wichtigste Beteiligte von Mitte Februar beim Gipfel im Kanzleramt gar nicht erst dabei war: Russlands Präsident Wladimir Putin. Das Dreiertreffen - auch noch ausgerechnet am ukrainischen Nationalfeiertag - sorgte in Moskau für einigen Verdruss.

Kommentare zu " Vier Minus Eins: Ukraine-Gipfel ohne Russland"

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  • Es geht nicht darum, was Frau Merkel sollte oder nicht sollte.... ihre Meinung ist für den ständigen offen oder verdeckt handelnden Kriegstreiber USA völlig unerheblich.
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    So lange es einen US-Präsidenten gibt, der klar und unmissverständlich sagt :

    “ Amerika muss auf der Weltbühne immer führen,“ wird es keinen Frieden geben und die Menschheit "bis auf die geplante 1 Milliarde, die überleben soll" ausgelöscht werden.
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    Die derzeit noch „nützlichen Idioten“ haben noch ihren Part zu spielen, bis sie nicht mehr gebraucht werden.

  • Der sich heute ach so besonnen gebende Steinmeier hat vor 1,5 Jahren noch mit dem Vorsitzenden der NPD-Schwesterpartei Swoboda auf Augenhöhe verhandelt und bleibt einer der Hauptverantwortlichen für die ukrainische Tragödie.
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    Und Merkel müßte versuchen, nicht die Ukraine, sondern die USA zur Vernunft zu bringen, von denen die Marionette aus Kiew seine Anweisungen bekommt.
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    Und Russland wird schließlich bald zu der überfälligen Einsicht gelangen, daß Verhandlungen mit der aktuellen Vasallengeneration nur Zeitverschwendung sind und eine Lösung nur direkt mit deren Hegemon zu erreichen ist.
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    Eventuelle Flüchtlingsströme aus der Ukraine werden von Deutschland und Co. natürlich genauso zuvorkommend zu behandeln sein wie es zuvor die Russen getan haben.

  • Die Ukraine ist bereits vernichtet und wird nur durch die Krallen der NATO notdürftig zusammen wie am Leben gehalten. Und das auch nur, weil die USA ein Kriesginteresse gegen Russland in der Ukraine verfolgen.
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    Schon vor dem Putsch war die Ukraine wirtschaftlich am Boden, das Angebot Russlands, in die Zollunion aufgenommen zu werden, wäre lebensrettend gewesen, da grätschten die USA zwischen und organiserten den Putsch mit anschließenden Zerfall.
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    Die Ukraine ist seitdem ein Schwelbrand, der ein Loch in die wirtschaftliche Landkarte Europas brennt. Schon die unsinnigen Kriegskosten sind für das bankrotte Land unbezahlbar, die Menschen dort verzweifelt in Armut und politischer Repression.
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    Aber weder Merkel noch Hollande haben die Kraft, sich aus dem Würgegriff Washingtons zu lösen.

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