Vier Palästinenser getötet
Israelische Hubschrauber beschießen Auto in Gaza

Bei einem Angriff israelischer Kampfhubschrauber in Gaza sind am Sonntagabend nach Augenzeugenberichten vier militante Palästinenser ums Leben gekommen. Israelische Armeehubschrauber beschossen an einem Strandabschnitt ein Auto.

HB/dpa JERUSALEM/GAZA. Die vier Insassen wurden getötet. Sie wurden als Mitglieder der radikalen Palästinenserorganisation Hamas identifiziert, hieß es aus gut informierten palästinensischen Kreisen. Mindestens vier Passanten wurden verletzt, darunter auch Kinder. Ein Kind wurde mit lebensgefährlichen Verletzungen in ein örtliches Krankenhaus gebracht.

Das israelische Militär bestätigte am späten Sonntagabend den Angriff. Die vier Getöteten seien Hamas-Terroristen gewesen, hieß es bei Radio Israel unter Berufung auf die Streitkräfte.

Die Palästinenser, die von dem Armeehubschrauber verfolgt wurden, hatten zuvor die jüdische Siedlung Netzarim beschossen. Etwa zehn Minuten nach diesem Beschuss seien die israelischen Helikopter aufgetaucht, berichteten Augenzeugen.

Unterdessen ging die palästinensische Polizei unter dem Befehl von Sicherheitsminister Mohammed Dachlan am Sonntag im Gazastreifen weiter gegen militante Palästinenser vor. Polizeikräfte versiegelten an der Grenze zu Ägypten einen vierten Tunnel, der dem Waffenschmuggel diente. Mehrere Waffenhändler wurden festgenommen. Von israelischer Seite hieß es, man wolle den Palästinensern eine Chance geben, selbst gegen die Extremisten vorzugehen.

Der israelische Generalstabschef Mosche Jaalon sagte am Sonntag, die Palästinenser hätten nun erstmals „ernsthafte Schritte zur Bekämpfung des Terrors“ unternommen. „Dies wird möglicherweise die Lage stabilisieren, aber das Ziel ist weiterhin die Zerschlagung der Terror-Infrastruktur“, sagte Jaalon. Der „harte Kern des Terrors“ befinde sich im Gazastreifen. „Sollten wir aber letztlich sehen, dass die Autonomiebehörde nicht dagegen vorgeht, werden wir das selbst tun müssen“, betonte der Armeechef.

Der palästinensische Minister für Internationale Beziehungen, Nabil Schaath, bekräftigte am Sonntag erneut den Willen der Autonomiebehörde, eine neue Waffenruhe auszuhandeln. Schaath sagte, man bemühe sich gegenwärtig, die verschiedenen palästinensischen Fraktionen einschließlich Hamas davon zu überzeugen. Er sprach sich für eine internationale Überwachung einer neuen Waffenruhe aus. Israel lehnt eine solche Waffenruhe bislang ab und besteht auf einer vollständigen Zerschlagung der Extremistengruppen.

Innerhalb der Autonomiebehörde zeichnet sich unterdessen am Wochenende ein neuer Machtkampf zwischen Palästinenserpräsident Jassir Arafat und Ministerpräsident Mahmud Abbas ab. Das PLO- Zentralkomitee schlug den alten Arafat-Gefährten Nasser Jussef als neuen Innenminister vor, dem alle Polizeikräfte unterstellt werden sollen.

Israel und die USA hatten Arafat in den vergangenen Tagen gedrängt, der Zusammenlegung aller Polizeikräfte unter dem Kommando von Sicherheitsminister Dachlan zuzustimmen, um diesem ein energisches Vorgehen gegen die Extremisten zu ermöglichen. Arafat lehnte dies jedoch ab, nach Einschätzung politischer Beobachter aus Furcht vor einem weiteren Machtverlust. Es wird jedoch damit gerechnet, dass Arafat mit der Ernennung Jussefs scheitern wird, nicht zuletzt, weil diese auch von Abbas abgesegnet werden muss. Jussef gilt als politisch schwach und abhängig von Arafat.

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