Vier Verdächtige in Haft
Höchste Terrorwarnstufe in Großbritannien

Nach den gescheiterten Terrorplänen in London und einem Anschlag auf den Flughafen Glasgow herrscht in Großbritannien höchste Terrorwarnstufe. Die schottische Polizei hat unterdessen Häuser in der Nähe der Stadt Glasgow durchsucht. In London wurden zudem die Sicherheitsvorkehrungen weiter verstärkt. Vier Terrorverdächtige sind bereits in Haft.

HB GLASGOW/LONDON. „Wir können bestätigen, dass zahlreiche Häuser in der Gegend Renfrewshire durchsucht werden“, teilte die schottische Polizei mit. Augenzeugen berichteten von Einsatzkräften in weißen Overalls, die rund neun Kilometer westlich von Glasgow Häuser durchsuchten. Die Ermittlungen stünden auch im Zusammenhang mit den am Freitag in London gefundenen Bomben, hieß es weiter. Die Polizei hatte bereits zuvor eine klare Verbindung zwischen den beiden Ereignissen festgestellt. Bei dem Brandanschlag auf den Flughafen von Glasgow am Samstag wurden insgesamt sechs Menschen verletzt, darunter ein Verdächtiger.

Aus Furcht vor neuen Terroranschlägen sind am Sonntag in London die Sicherheitsvorkehrungen der Polizei weiter verstärkt worden. Zusätzliche Polizeistreifen würden Sehenswürdigkeiten und Wahrzeichen der Metropole sowie die wichtigsten Bahnhöfe und die Flughäfen bewachen, teilte Scotland Yard mit.

Am Samstagabend war für das gesamte Königreich die höchste Terrorwarnstufe ausgerufen worden. Polizisten würden nun auch stärker von dem Recht Gebrauch machen, einzelne Personen anzuhalten, zu befragen und zu durchsuchen, hieß es bei Scotland Yard. Die nun geltende Warnstufe „kritisch“ bedeutet, dass die Sicherheitskräfte von unmittelbar drohenden Terroranschlägen ausgehen. Premierminister Gordon Brown bat die Bevölkerung um Verständnis und rief sie zu höchster Wachsamkeit auf.

Besonderen Schutz erhielten in London auch Großereignisse wie das Tennis-Turnier in Wimbledon und das Gedenkkonzert für die vor zehn Jahren gestorbene Prinzessin Diana. Zu der von Dianas Söhnen, den Prinzen William und Harry, organisierten Veranstaltung mit zahlreichen Pop- und Rockstars im neuen Wembley-Stadion werden am Nachmittag zehntausende Fans erwartet. Rings um das Stadion seien 450 Polizisten im Einsatz, erklärte ein Sprecher von Scotland Yard.

Angesichts der verschärften Sicherheitsmaßnahmen an Airports und Bahnhöfen wurden Reisende aufgerufen, sich auf Störungen einzustellen. Es müsse mit erheblichen Verspätungen sowie auch damit gerechnet werden, dass Flüge ausfallen, hieß es beim Flughafenbetreiber BAA. Am späten Samstagabend wurde nach Glasgow auch der John-Lennon-Airport in Liverpool bis auf weiteres komplett gesperrt, nachdem die Polizei dort ein verdächtiges Fahrzeug entdeckt hatte. Auch im Stadtzentrum Liverpools soll es nach Augenzeugenberichten zu Sperrungen und Evakuierungen gekommen sein, weil ein Paket in der Nähe eines Hotels untersucht wurde.

Unterdessen verstärken auch die USA die Polizeipräsenz an ihren Flughäfen. Die Alarmstufe zur Bewertung des Bedrohungsgrads durch Terrorismus bleibe aber unverändert, sagte Regierungssprecher Tony Snow am Samstag. Es gebe keine spezifischen Hinweise auf einen Anschlag. Dennoch würden die Sicherheitsvorkehrungen erhöht. Snow zufolge müssen Passagiere deshalb mit Verspätungen rechnen.

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