Vier Wochen nach den Terror-Anschlägen

Trauer, Trotz und Krieg

Ausnahmezustand mitten in Europa: Seit den blutigen Anschlägen vor einem Monat lebt Frankreich zwischen Trauer um die Opfer und Kampf gegen den Terror. Die Wunden sind tief – und die wirtschaftlichen Folgen verheerend.
Kränze, Blumensträuße und Kerzen vor der Konzerthalle Bataclan. Stadtmitarbeiter räumen an dem Gedenkort auf. Quelle: AFP
Blumenmeer in Paris

Kränze, Blumensträuße und Kerzen vor der Konzerthalle Bataclan. Stadtmitarbeiter räumen an dem Gedenkort auf.

(Foto: AFP)

ParisEs ist kalt geworden in Paris. Auf den Terrassen der Cafés sind Plätze unter Heizstrahlern jetzt besonders beliebt. Vier Wochen nach den Terroranschlägen vom 13. November geht es an den kleinen Bistro-Tischen um mehr als die Zigarette vor der Tür. „Être en terrasse“ ist Lebensgefühl in der französischen Hauptstadt. Viele Menschen sitzen hier demonstrativ: Sie wollen sich ihre Freiheit und ihren Lebensstil nicht nehmen lassen.

Bars und Restaurants waren einen Monat zuvor Orte des Grauens. An jenem Freitagabend überfallen drei Terrorkommandos eine Stadt zwischen Fußballtaumel und Wochenendfeeling. Jeweils drei Terroristen schlagen koordiniert an sechs Orten in Paris und Saint-Denis zu.

In dem Pariser Vorort spielen gerade die Fußballnationalmannschaften von Frankreich und Deutschland. „Ich glaube, dass wir alle den 13. November noch im Kopf haben. Diesen Tag und die Ereignisse vergisst man nicht so schnell“, sagt Teammanager Oliver Bierhoff rückblickend.

Den drei Terroristen am Stadion gelingt es nicht, in das Stade de France einzudringen. Sie sprengen sich davor in die Luft, ein Unschuldiger wird dabei getötet.

Das zweite Kommando nimmt sich Kneipen im Osten von Paris vor. Die Ausgeh-Viertel im 10. und 11. Arrondissement der Stadt sind an den Wochenenden vor allem bei Jüngeren beliebt, gerade an diesem eher milden Novemberabend. Am „Café Carillon“ und nebenan beim „Le Petit Cambodge“, vor dem „Casa Nostra“ und gegenüber am „Café Bonne Bière“, beim „La Belle Équipe“ und am „Comptoire Voltaire“ richten die Terroristen mit ihren Kalaschnikows auf den Terrassen, in den Bars ein Blutbad an.

„Eine Attacke auf die ganze Menschheit“
Bundeskanzlerin Angela Merkel
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„Wir weinen mit Ihnen. Wir werden gemeinsam mit Ihnen den Kampf gegen die führen, die Ihnen so Unfassbares angetan haben“

Der britische PREMIERMINISTER DAVID CAMERON
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Cameron zeigte sich „geschockt“ über die Anschläge in Paris und die Gewaltakte. „Unsere Gedanken und Gebete sind beim französischen Volk. Wir werden tun, was wir können, um zu helfen.“

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan
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Erdogan sagte, die Türkei kenne Terrorismus und seine Auswirkungen aus eigener Erfahrung. „Wir teilen den Schmerz sowohl von Präsident (François) Hollande und des französischen Volkes.“ Erdogan forderte, Terrorismus müsse universell verurteilt werden. Die Logik „mein Terrorist ist gut, Deiner ist schlecht“ dürfe nicht mehr gelten. „Terrorismus hat keine Religion, keine Nation, keine Rasse, kein Vaterland.“ Hollande hat wegen der Anschlagsserie in Paris seine Teilnahme am G20-Gipfel abgesagt.

Peter Altmaier
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Kanzleramtschef Peter Altmaier meldete sich auf Twitter zu Wort: „Paris ist der Sehnsuchtsort der Freiheit. Man kann es bomben - nur zerstören kann man es nicht! Wir weinen um die unschuldigen Toten von Paris. Aber wir werden uns niemals beugen dem Hass, dem Fanatismus und der Gewalt!“ Zur möglichen Schließung deutscher Grenzen schrieb er: „Wir sind in Kontakt mit Frankreich und wir tun was wir tun müssen , sobald es auch nur das geringste Anzeichen gibt.“

Mats Hummels
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Weltmeister Mats Hummels meldete sich ebenfalls via Twitter zu Wort: „Back in Germany. Unbelievable what happened yesterday. This world is fucked up right now. My thoughts are with those who lost someone they love.“

SPD-Chef Sigmar Gabriel
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Vize-Kanzler Sigmar Gabriel sichert Frankreich die Solidarität Deutschlands zu. „Die Terror-Anschläge in Paris richten sich gegen uns alle“, erklärt der Bundeswirtschaftsminister. „Wir Demokraten halten zusammen, wir werden Demokratie und Freiheit verteidigen. Hass, Gewalt und Angst dürfen keinen Platz haben, wir werden uns niemals dem Terror beugen.“

Benedikt Höwedes
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Nationalspieler Benedikt Höwedes schrieb auf Twitter: „Unsere Gedanken sind bei allen Opfern der tragischen Ereignisse von Paris. Ich bin entsetzt und erschüttert.“

Die meisten Opfer gibt es beim Überfall des dritten Kommandos auf die Musikhalle „Bataclan“. Während eines Konzerts der US-Rockband Eagles of Death Metal stürmen die Islamisten mit Gewehren und Sprengstoffwesten in den Saal.

Bei den Anschlägen sterben insgesamt 130 Menschen, 350 werden teils schwer verletzt. Sieben Attentäter kommen ums Leben, zwei können entkommen.

Weshalb vor allem der Tourismus leidet
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