Vierter Verhandlungstag
Saddam Hussein will Prozess boykottieren

Saddam Hussein hat am Dienstag mit einem Boykott des Prozesses gegen ihn gedroht. Der frühere irakische Präsident hat seine Richter verflucht und sich beklagt, der Prozess werde ungerecht geführt.

HB BADGAD. „Ich werde einem unfairen Prozess nicht beiwohnen“, sagte der gestürzte Präsident am vierten Verhandlungstag wiederholt. Außerdem beschwerte er sich über seine Haftbedingungen.

Saddam steht mit sieben weiteren Angeklagten wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor Gericht. Der Prozess wurde am Abend vertagt und soll am Mittwoch mit weiteren Zeugen-Anhörungen fortgesetzt werden. Ob Saddam daran teilnehmen wird, war zunächst unklar.

Vertreter des Gerichts hatten zuvor erklärt, die Angeklagten müssten nicht bei allen Anhörungen anwesend sein. Am Montag war die Verhandlung für 90 Minuten unterbrochen worden, nachdem die Anwälte der Verteidigung den Saal aus Protest verlassen hatten.

„Wir haben Tage in denselben Hemden und Unterhosen verbracht. Wir können kein Bad nehmen oder eine Zigarette kriegen“, monierte Saddam. Das letzte, was er den Richtern nach Aussage von Reportern zurief war: „Fahrt zur Hölle.“

Saddam wirft den Richtern unter anderem vor, den Folter-Berichten der Zeugen, die er als Märchen bezeichnet, länger Gehör zu schenken als den Argumenten der Verteidigung.

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