Vietnam
Über 20 Tote bei anti-chinesischen Protesten

Die anti-chinesischen Proteste in Vietnam halten an: Hundert Chinesen sind am Donnerstag verletzt, zwanzig sogar getötet worden. Viele Chinesen sind nach Kambodscha geflohen. Chinas Regierung fordert Schadensersatz.
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Phnom Penh/ Hanoi/ PekingBei den anti-chinesischen Protesten in Vietnam sind nach Angaben eines Arztes mehr als 20 Menschen ums Leben gekommen. Hunderte Chinesen flohen nach Polizeiangaben vor der Gewalt in den Industriezonen ins Nachbarland Kambodscha. China äußerte sich am Donnerstag besorgt und forderte Schadenersatz.

Auslöser der Proteste sind Ansprüche Chinas im Südchinesischen Meer. Dort bohrt China nach Öl in einem Seegebiet, das auch Vietnam für sich beansprucht. Die ohnehin angespannten Beziehungen zwischen beiden Ländern sind dadurch belastet wie lange nicht mehr seit Ende des kurzen Grenzkrieges 1979.

Fünf der Toten seien vietnamesische Arbeiter, die anderen 16 seien vermutlich Chinesen, sagte ein Arzt in der zentralen Provinz Ha Tinh. In der Nacht seien rund 100 Menschen ins Krankenhaus eingeliefert worden, darunter viele Chinesen. Am Morgen seien weitere Verletzte gebracht worden.

In Ha Tinh habe eine aufgebrachte Menge das Stahlwerk der Formosa Plastics Group in Brand gesteckt, teilte der Konzern aus Taiwan mit. Dabei seien ein chinesischer Arbeiter getötet und 90 weitere verletzt worden. Unklar war zunächst, ob diese Opferzahl bereits in den Angaben des Arztes enthalten sind.

„Sie sind in unsere Büros eingebrochen, haben zerstört und geplündert. Sie haben unsere Unterkunft niedergebrannt, bevor sie wieder gegangen sind“, beschrieb der Manager gegenüber der amtlichen chinesische Nachrichtenagentur Xinhua die Krawalle. Die Formosa Platics Group ist der größte taiwanische Investor in Vietnam. Das Stahlwerk soll das größte in Südostasien werden, wenn es 2017 fertiggestellt ist.

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Hunderte Chinesen fliehen ins Ausland

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