Visite in Griechenland
Troika hat für Athen rote Karten im Gepäck

Die ungeliebten Kontrolleure sind wieder in Athen. Regierungschef Samaras keilt schon mal vorsichtshalber Richtung Berlin. Doch die Kassen Griechenlands sind gähnend leer - und sein Spielraum damit begrenzt.
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AthenBundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) hat in Athen für richtig schlechte Laune gesorgt. Die Geldgeber verlieren zunehmend die Geduld mit dem Land, das im Teufelskreis von Sparen und schrumpfender Wirtschaft gefangen ist. Vizekanzler Röslers Bemerkung, Griechenlands Austritt aus der Eurozone - „Grexit“ - sei kein Schreckensszenario mehr, erregt griechische Gemüter.

Griechenlands konservativer Regierungschef Antonis Samaras poltert am Dienstag im griechischen Parlament zurück. Einige Politiker im Ausland untergrüben die Bemühungen seiner Landsleute, wieder auf eigenen Beinen stehen zu können. „Ich weiß nicht, ob sie es bewusst oder aus Dummheit tun. Ich weiß nur, dass sie unverantwortlich sind“, sagte Samaras, ohne Rösler beim Namen zu nennen.

Nun sind wieder die Kontrolleure der EU-Kommission, der Europäischen Zentralbank (EZB) und des Internationalen Währungsfonds (IWF) - die sogenannte Troika - in Athen und überprüfen die Bücher wie auch die versprochenen Sparmaßnahmen. In Athen ist es kein Geheimnis, dass viele Auflagen bei weitem nicht erfüllt sind. „Die Troika hat viele rote Karten im Gepäck“, schrieb die Sonntagszeitung „To Vima“ aus der Hauptstadt auf ihrer Internetseite.

Neue Maßnahmen, um die Geldgeber zufriedenzustellen, sind nicht in Sicht. Die meisten Bürger sperren sich gegen weitere Lasten. Inzwischen liegt die Arbeitslosigkeit bei knapp 24 Prozent. Die Wirtschaft werde auch 2012 um mindestens sieben Prozent schrumpfen, sagte Samaras. Dringend nötig seien Reformen, die zu mehr Wachstum führten. Welche, sagte er aber nicht.

Fakt ist: In den kommenden zwei Jahren müssen weitere 11,5 Milliarden Euro gespart werden. Samaras versichert zwar immer wieder, Griechenland werde alle Auflagen erfüllen. Aber andererseits will er trotzdem mehr staatliche Investitionen für mehr Wachstum.

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„Die setzen nicht die Reformen durch“

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  • Joker1 schreibt:

    "Wer eine Kriegsmaschinerie ungterhält, in Deutschland
    U-Boote kaufen kann, gegen die Türkei hetzt, das Zypern-
    problem nicht löst, ist ganz einfach irre, korrupt und
    hat -für Euriopa- zuviel kriminelle Energie.
    Aber die Griechen sind nicht allein, es gibt weitere Beispiele ...."

    ==> Ja, es gibt weitere Beispiele, und ganz vorn steht Deutschland, das den Griechen die Uboote aufzwang, als sie sie längst nicht mehr haben wollten. Deutschland, das die europäische Politik und die europäische Wirtschaft wesentlich stärker bestimmt hat, als irgendein anderes Land, Deutschland, dessen Regierung im Jahr 2011 noch forderte, Deutschland müsse Europa politisch, militärisch und gesellschaftlich beherrschen:

    http://www.welt.de/wirtschaft/article12140287/Angela-Merkel-will-deutsche-Fuehrung-in-Europa.html

    Dipl.-Kfm. Winfried Sobottka

    "Die Menschheit richte sich danach, was die gerechten und vernünftigen unter den Frauen am Ende des freien und für alle offenen Streites der Argumente wollen, im Kleinen, im Großen, in allem!"

  • @Joker1
    Zum Glueck duerfen sie nichts entscheiden, kaufen sie sich mal ein Geschichtsbuch bevor sie so einen SchwaXXXXX von sich geben. Im uebrigen tragen die "DEUTSCHEN" Politiker sehr wohl eine Mitschuld an der Krise in Griechenland, wer soll denn in Griechenland investieren wenn jeden Tag irgendein politiker hier in Deutschland im Fernsehen jeden moeglichen Schwachsinn ueber die wiedereinfuehrung der DRachme von sich gibt? Dadurch wird es richtig teuer fuer Deutschland da fuehrt kein weg mehr dran vorbei und am ende wird man auch nur noch in der Tuerkei Urlaub machen koennen,
    Weil man dank Bild Zeitung und verbloedeter Politiker die Stimmung total vergiftet hat zwischen Deutschland und den PIIGS.

  • Selbst wenn die lächerlichen Klitschen privatisiert sind, ändert sich doch nichts am Grundproblem! Dieses besteht darin, dass G ausser schönem Wetter, schöner Landschaft, Schafskäse und Olivenöl nichts zu bieten hat, was internationale Handelspartner brauchen könnten! Deshalb geht auch die Warnung, niedrigere Löhne führten zu geringerer Nachfrage und dadurch zu weniger Wirtschaftsleistung ins Leere! Mit weiteren Zahlungen finanzieren die Geberländer im Wesentlichen griechische Importe, die kaum griechische Wertschöpfung bewirken! G muß zurück auf Los,auf die Zeit vor dem leistungslosen Wohlstand!

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