
DüsseldorfVitali Klitschko ist ein Kämpfer. Als Profiboxer schickte der ehemalige Weltmeister im Schwergewicht seine Gegner reihenweise zu Boden, seinen Spitznamen "Dr. Eisenfaust" trug er nicht von ungefähr. Erfolgsbesessen ist der 41-Jährige auch als Chef der ukrainischen UDAR-Partei. Sein Gegner: Präsident Viktor Janukowitsch und dessen prorussische Partei der Regionen.
Bei den Parlamentswahlen vor einem Monat gab es für Klitschko und seine Anhänger jedoch einen empfindlichen Tiefschlag. Wenn am 12. Dezember das neu gewählte Parlament der Ukraine erstmals zusammenkommt, müssen die 40 UDAR-Abgeordneten auf der Oppositionsbank Platz nehmen.
Klitschko nimmt den Auftrag an. "Wir beginnen gerade erst mit unserem Kampf", sagte er im Gespräch mit Handelsblatt Online. "Meine Konzentration liegt jetzt auf der Arbeit im Parlament." Sein Ziel ist es, die Ukraine Richtung EU zu öffnen. "Die Zukunft der Ukraine liegt ohne Zweifel in der Familie der Europäischen Staaten. Deshalb werden wir und unsere demokratischen Kollegen im Parlament mit dem EU-Parlament und den anderen EU-Organen zusammenarbeiten." Ziel sei es, die demokratischen Standards in der Ukraine zu verbessern.
Denn daran haperte es laut Wahlbeobachtern auch bei der Parlamentswahl Ende Oktober. Die Zentrale Wahlkommission will wegen Ungereimtheiten in fünf Bezirken nachwählen lassen. Unabhängige Wahlbeobachter beklagten Manipulationen zugunsten Janukowitschs Partei der Regionen. Die Oppositionsparteien, angeführt von der Vaterlandspartei von Ex-Premierministerin Julija Timoschenko, zweifeln die Ergebnisse in insgesamt 13 Kreisen an. "Ich weiß, dass uns während des Auszählens einige Stimmen gestohlen wurden", so Klitschko.
Regierungschefin Julia Timoschenko muss nach einem Misstrauensvotum des Parlaments in Kiew zurücktreten. Ihr wird Amtsmissbrauch vorgeworfen. Sie habe zum Nachteil der Ukraine ein Abkommen über russische Gaslieferungen geschlossen.
In Kiew beginnt der Prozess. Im Gerichtssaal und auf der Straße kommt es zu Tumulten zwischen Gegnern und Unterstützern.
Timoschenko kommt in Untersuchungshaft.
Trotz massiver internationaler Proteste verurteilt ein ukrainisches Gericht Timoschenko zu sieben Jahren Straflager und umgerechnet 137 Millionen Euro Schadenersatz. Sie legt Berufung ein.
Nach dem Urteil sagt die EU ein Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch ab, der als Gegner von Timoschenko gilt. Viele halten ihn für den Drahtzieher des Prozesses.
Timoschenko kommt in ein Frauenlager in der Stadt Charkow, rund 450 Kilometer östlich von Kiew.
Die Oppositionsführerin klagt über Rückenschmerzen und wird im Straflager von Spezialisten der Berliner Klinik Charité untersucht. Die Ärzte stellen einen Bandscheibenvorfall fest.
Timoschenko tritt aus Protest gegen ihre Behandlung durch das ukrainische Personal in Charkow in einen Hungerstreik.
Ein geplantes Gipfeltreffen im ukrainischen Jalta wird abgesagt. Viele Staatschefs, darunter Bundespräsident Joachim Gauck, waren aus Protest gegen den Umgang mit Timoschenko ferngeblieben.
Die Ex-Regierungschefin kommt in eine Spezialklinik außerhalb des Straflagers und beendet nach etwa drei Wochen ihren Hungerstreik.
Ein zweiter Strafprozess gegen Timoschenko wegen angeblicher Steuerhinterziehung und Veruntreuung wird vertagt.
Beginn der Fußball-EM in Polen und der Ukraine. EU-Politiker boykottieren wegen Timoschenko die Spiele in der Ex-Sowjetrepublik.
Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) in Straßburg verurteilt die Justizwillkür in der Ukraine. Die Verhaftung von Timoschenkos früherem Innenminister Juri Luzenko im Jahr 2010 sei „willkürlich und ungesetzlich“ gewesen.
Der EGMR teilt mit, er werde sich am 28. August mit der Inhaftierung Timoschenkos befassen.
Die innenpolitischen Probleme belasten auch die Außenbeziehungen des Landes. Ein Freihandel- und Assoziierungsabkommen mit der EU liegt derzeit auf Eis. Die EU fordert demokratische Fortschritte. Derweil lockt Russland mit einem einheitlichen Wirtschaftsraum mit Kasachstan und Weißrussland – Präsident Viktor Janukowitsch pendelt mit seiner Politik bislang zwischen den Polen.
Möglich, dass die neuen Machtverhältnisse ihn Richtung Westen drängen. Denn das Oppositionslager, zu dem auch UDAR zählt, hat deutlich an Macht gewonnen.

Danke für Ihren überflüssigen Kommentar!
Wenn Sie schon Leute subtil mit Dreck bewerfen und Gerüchte in die Welt setzen wollen, dann sollten Sie jedenfalls nicht alles verwechseln.
In diesem Artikel geht es darum, dass sich in der Ukraine jetzt ein ausgewogeneres Parlament bildet.
Konkurrenz belebt das Geschäft und ich wünsche dieser jungen Demokratie mit ihren sympathischen Bürgern weiterhin gutes Gelingen.

Hoffen wir mal, daß Witali mit Beschreiten des richtigen Weges gesegnet ist und ihm keine schwereren Brocken, als im Boxen, vorgesetzt werden. Verbesserungsbedarf hat die
Ukraine jedenfalls reichlich (wie die meisten Staaten).

Der mann mit der eiserenen Faust war derjenige mit
"Kann mich mal im A. lecken".
http://de.wikipedia.org/wiki/Eberhard_Thust
Da war noch die Sache mit den UKRAINISCHEN Prostitruierten udn SZENETYPISCHEN PACKERLN!
3 Kommentare
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