Vittoria Brambilla
Besser als ihr Maestro – und hübscher

Vittoria Brambilla ist so etwas wie die „Kronprinzessin“ von Silvio Berlusconi. Italiens bekanntester und dabei wahrscheinlich auch umstrittenster Politiker ließ die Unternehmerin Brambilla in seiner Partei Karriere machen. Dies findet an der Basis nicht nur Unterstützung – und die Öffentlichkeit fragt sich, was die schöne Vittoria wirklich drauf hat.

MAILAND. Die langen Beine elegant gekreuzt, den schlanken Körper in ein schwarzes Kostüm gesteckt, über dessen enge Jacke die langen kupferroten Haare gleiten. Es ist Talkshow-Time und Michela Vittoria Brambilla weiß, was die Zuschauer hören wollen. „Die Menschen fühlen sich unsicher. Wir müssen mehr für die Sicherheit tun“, fordert die 39-jährige Jung-Unternehmerin entschieden. Wenn italienische Zeitungen wie jeden Sommer überquellen von Morden, Einbrechern und aggressiven Fensterputzern, greift Brambilla das Thema geschickt auf.

Die ehemalige Miss Romagna und Präsidentin der Jungunternehmer des Handelsverbands Confcommercio ist der neue Stern am bröckelnden Firmament Silvio Berlusconis. Die Ziehtochter des Medien-Genies Berlusconi hat in ganz Italien so genannte „Circoli della Libertà“ gegründet. Diese „Zirkel der Freiheit“ unterstützen die Forza Italia. Sie veröffentlichen ihre Botschaft als Beilage zu Berlusconis Tageszeitung „Il Giornale“ ein Wochenmagazin und über einen eigenen Pay-TV-Sender.

Michela Vittoria Brambilla trommelt für ihren Meister und könnte vielleicht eines Tages in seine Fußstapfen treten. „Brambilla als Premier? Warum nicht?“, hat der Ex-Premier und Forza-Italia-Gründer vor wenigen Monaten gesagt. Er weiß um die Medienwirksamkeit seines Nachwuchsstars, der auch dank manchmal sichtbaren halterlosen Strümpfe für Furore sorgt. Bei seinen Partei-Mitgliedern kam Berlusconis indirekte Krönung der Nachfolgerin allerdings gar nicht gut an. Vor allem langjährige Getreue wie der Ex-Finanzminister Giulio Tremonti fühlen sich von dem jungen Shooting-Star übergangen.

Wie nahe Brambilla dem 70-Jährigen Berlusconi steht, zeigt auch das kleine Sommerspektakel um die Gründung einer neuen Partei unter dem Namen „Partei der Freiheit“ („Partito della Liberta“). Es war Brambilla, die Anfang August den Namen und das Logo eintragen ließ, um die Rechte wenig später an Berlusconi zu übertragen. Berlusconi will einen Parteinamen im Petto haben, falls er es doch noch schaffen sollte, seine Oppositionspartner Alleanza Nazionale und Lega Nord unter dem Dach einer Partei zu vereinen. Diesen Traum hegt er nicht zuletzt, weil sich derzeit gleich mehrere Linksparteien in der neuen „Partito Democratico“ zusammentun. Als Präsidentin der neuen Partei der Freiheit ist Brambilla im Gespräch.

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