Vize-Kandidaten in US-Wahl
Ryan und Biden wetzen die Messer

Das TV-Duell der US-Präsidentschaftskandidaten war als schwach bewertet worden. Um so härter gingen sich die Vize-Kandidaten bei ihrer Debatte an. Dabei stritten Paul Ryan und Joe Biden über Außenpolitik und Steuern.
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Washington/DanvilleMit einem harten Schlagabtausch über Libyen, Irak und Iran haben die Vize-Kandidaten für die US-Präsidentenwahl am 6. November am Donnerstagabend (Ortszeit) eine Fernsehdebatte eröffnet.

Der Republikaner Paul Ryan warf Präsident Barack Obama Führungsschwäche und vor und kreidete der Regierung unter anderem Versagen im Vorfeld der tödlichen Terrorattacke auf das US-Konsulat in der libyschen Stadt Bengasi an. Der demokratische Vizepräsident Joe Biden wies die Vorwürfe strikt zurück. Kein einziges Wort von dem, was Ryan gesagt habe, sei korrekt.

Biden pries bei der Debatte die außenpolitischen Erfolge während der ersten Amtszeit von Präsident Barack Obama. Obama habe das Land mit "ruhiger Hand und klarer Vision" geführt.

Der Präsident habe sein Versprechen gehalten, den Krieg im Irak zu beenden, erklärte Biden. Außerdem habe Obama eine klare Perspektive für einen Abzug aus Afghanistan geschaffen. Der Vizepräsident erinnerte auch an die Tötung von Al-Kaida-Chef Osama bin Laden bei einem US-Kommandoeinsatz in Pakistan.

Ryan warf der Obama-Regierung dagegen vor, den Stand der USA in der Welt geschwächt zu haben. "Wir sollten uns nicht dafür entschuldigen, wenn wir uns für unsere Werte einsetzen", sagte der Kongressabgeordnete aus Wisconsin.

Mit Blick auf die harsche Rhetorik des republikanischen Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney im Atomstreit mit dem Iran warnte Biden vor "einem weiteren Krieg". Obama werde alles tun, um einen nuklear bewaffneten Iran zu verhindern. Von der Atombombe sei Teheran aber noch "ein gutes Stück entfernt", sagte er.

Ryan erklärte die Bemühungen Obamas, die Regierung in Teheran zum Einlenken zu bewegen, dagegen für gescheitert. "Sie sagen, die militärischen Optionen liegen auf dem Tisch, aber das wird nicht als glaubhaft angesehen", sagte er. "Der Schlüssel ist, sicherzustellen, dass wir Glaubwürdigkeit haben. Unter einer Romney-Regierung werden wir Glaubwürdigkeit bei diesem Thema haben."

Im Verlauf der Debatte warf Joe Biden dem republikanischen Präsidentschaftsduo Mitt Romney und Paul Ryan eine sozial ungerechte Steuerpolitik vorgeworfen. "Sie nehmen die Mittelschicht als Geisel, um die Steuern für die Superreichen zu senken", sagte Biden. Unter Präsident Barack Obama würde dagegen der wohlhabenste Teil der US-Bevölkerung "etwas mehr zahlen", um die Mittelschicht zu entlasten und dem Land aus der Krise zu helfen.

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