Vizepräsident Temer
Brasilien wünscht sich mehr Aufmerksamkeit von Merkel

Brasiliens Vizepräsident Michel Temer hofft auf mehr Beachtung für sein Land durch Deutschland. Die Bundeskanzlerin hat Brasilien bisher nur einmal besucht. Auch die Strategie zur Euro-Rettung stößt auf Vorbehalt.
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BerlinDie brasilianische Regierung wünscht sich von Bundeskanzlerin Angela Merkel mehr Beachtung. „Wenn Kanzlerin Merkel und Deutschland die Aufmerksamkeit und ihr Interesse an Brasilien verstärken würden, wären wir sehr glücklich“, sagte Vizepräsident Michel Temer dem Handelsblatt. Merkel ist als Kanzlerin schon sechsmal nach China gereist, aber nur einmal nach Brasilien. Dabei verbindet Deutschland und Brasilien, die viert- und die sechstgrößte Volkswirtschaft der Welt, eine strategische Partnerschaft.

Temer überbrachte Merkel bei seinem Besuch in Berlin vergangene Woche eine offizielle Einladung von Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff. Ein Termin stehe aber noch nicht fest, vor der Bundestagswahl im Herbst 2013 werde der Besuch wohl nicht mehr klappen: „Sie hat mir gesagt, dass sie sehr viele Termine in Europa und Deutschland hat“, sagte Temer.

Beim Besuch Temers ging die Bundesregierung auf Brasilien zu. Beide Seiten vereinbarten, künftig enger in den Bereichen Außen-, Wirtschafts-, Finanz- und Energiepolitik zu kooperieren. Deutschland will Brasilien zudem in den Kreis jener Staaten erheben, mit denen regelmäßig Regierungskonsultationen stattfinden, also Treffen der jeweiligen Kabinette.

Der Vizepräsident übte auch Kritik an der deutschen Strategie zur Euro-Rettung: „Natürlich ist Konsolidierung wichtig, aber Investitionen in die Wirtschaft sind auch sehr wichtig, um die Krise zu überwinden“, sagte er.

 
Till Hoppe
Till Hoppe
Handelsblatt / Europa - Korrespondent in Brüssel

Kommentare zu " Vizepräsident Temer: Brasilien wünscht sich mehr Aufmerksamkeit von Merkel"

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  • Hinsichtlich Brasilien zeigt sich die gesamte Dummausrichtung deutscher Politik. Zur massiven Präsenz deutscher Unternehmungen bzw Rohstoffpolitik, Märkte fällt unseren McDonaldfillipos nicht viel ein.
    Der Deutsche kann strategisch-politisch nicht viel einbringen. Liegt wohl am Proteinmangel.

  • Das ist ja lustiglachhaft...alle rufen nach DDR 2.0 und dessen "Führerin". So offensichtlich ja kindlich wurde es jedoch noch nie zelebriert. Was soll AM in Brasilien? Deutsche Unternehmer wie Daimler, BMW und weitere sind seit Jahrzehnten dort ohne 2.0 Postkommunismus.
    Konjunktur kränkelt wohl und vielleicht will Femel wissen, wie man Kurzarbeit oder Abwrackprämie umsetzt!..;-)

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