„Völlig falsches Signal“ Ökonomen gegen Schuldenerlass für Griechenland

Letzten Endes werden die Gläubiger Griechenlands auf einen großen Batzen ihres Geldes verzichten müssen, glaubt der EZB-Schattenrat. Für einen Schuldenschnitt sei die Zeit aber noch nicht gekommen.
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Eine Euro-Münze vor dem Parlament in Athen. Quelle: dpa

Eine Euro-Münze vor dem Parlament in Athen.

(Foto: dpa)

Die griechische Regierung wird seine Schulden nach Überzeugung der weitaus meisten europäischen Ökonomen nicht zurückzahlen können. Das berichtet das Handelsblatt vorab aus seiner Montagsausgabe. Im EZB-Schattenrat, dem 15 renommierte europäische Volkswirte aus Finanzinstituten, Hochschulen und Forschungsinstituten angehören, herrschte weitgehend Einigkeit, dass die Gläubiger einen großen Teil letztlich werden abschreiben müssen.

Ein neuerlicher Schuldenschnitt für Griechenland, wie ihn unter anderem der Präsident des CDU-Wirtschaftsrats Kurt Lauk gefordert hat, käme aber nach Ansicht der Mehrheit dieser Experten derzeit zu früh.

„Das wäre ein völlig falsches Signal an die anderen Länder mit einem Hilfsprogramm“, sagte José Alzola, der für das geldpolitische Beratungsunternehmen The Observatory Group arbeitet. Wenn man die „nicht sehr kooperative“ griechische Regierung mit einem Forderungsverzicht belohnen würde, so würde das, nach Ansicht dieser Mehrheit, die Bereitschaft dieser und anderer Regierungen mindern, unpopuläre Reformen und Sparmaßnahmen zu beschließen.

„Es ist besser, den fiskalischen Schmerz mit Zinserleichterungen und Laufzeitverlängerungen nachzujustieren“, gab Marco Annunziata, Chefvolkswirt von General Electric die Mehrheitsmeinung wieder.

Elf der 15 EZB-Schattenräte sprachen sich dafür aus, dass die Europäische Zentralbank (EZB) auf ihrer nächsten Sitzung am Donnerstag ihren Leitzins senkt. . Denn sie erwarten mit einem Minus von 0,1 Prozent im nächsten und 0,5 Prozent in diesem Jahr zwei Jahre hintereinander eine schrumpfende Wirtschaft im Euroraum.

 

  • noh
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15 Kommentare zu "„Völlig falsches Signal“: Ökonomen gegen Schuldenerlass für Griechenland"

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  • Ökonomen gegen Schuldenerlass für Griechenland
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    Ich bin kein Ökonom, allerdings halte ich einen weiteren Schuldenschnitt für Griechenland, das Land der unverschämten Möglichkeiten, für außerordentlich daneben. Wer so einen Schmarren fordert, muss sich darüber im Klaren sein, dass die Spanier, die Portugiesen, die Italiener und andere unsolide wirtschaftende Kandidaten ebenfalls Schuldenschnitte fordern würden. Das wäre dann der wohlverdiente Garaus für den Euro, der jedes Vertrauen bis in alle Ewigkeit verspielt hätte!

  • seit 5 Jahren erhält man die selben Meldungen NUR weil

    - die Politik gegen die selbst festgelegten Regeln handelt
    - die Politik nicht versteht wie man das Problem löst
    - die Krise bzw., des Ausmaß nicht versteht indem sie die Wirtschaftsleistung in Griechenland völlig überschätzt.

  • @RoMa
    Sie schreiben als ob dieses Geld für die Bevölkerung war! Sie werden hier im Lande kaum erfahren, dass z.B. von den ca. 31 Mrd des sogennanten "Hilfpakets", die ca. 28 Mrd nur für ie Banken sind. Der Rest ist in der ersten Linie für Tilgungen... Und das ganze soll das Volk in Gr zurückzahlen... Ich weiss auch nicht wann...

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Wenn die Griechen klug sind streiken sie nun für immer und gehen gar nicht mehr zur Arbeitsstelle. Die verblödeten Politiker der EU, allen voran unser deutscher Lügenbaron Münchhausen (Herr Schäuble), werden trotzdem die Griechen bis zum St. Nimmerleinstag durchfüttern.

    Aber das Problem sind nicht nur die Griechen allein. Alle Staaten, die im Euro sind, denken zuerst mal an sich selbst. Für die heißt Europa in erster Linie, dass man sich eigene Vorteile sichern muss und so viel Vergünstigungen und Gelder wie möglich erhält.

    Einzige Ausnahme sind unsere Vollpfosten in Berlin - CDU, SPD, FDP, Grüne -. Die machen Politik zu Gunsten aller anderen Länder, nur nicht für das eigene Land.
    Und sie plappern immer den selben Mist - siehe Herr Schäuble... Griechenland, aber auch Portugal und Spanien sind immer auf einem guten Weg. In Wahrheit werden deren Wirtschaftsdaten immer schlechter. Und Griechenland wird jeden Cent zurückzahlen, und das mit Zinsen etc.. Herr Münchhausen Schäuble. Setzen Sie sich auf ihre Kanonenkugel und lassen Sie sich in dem Weltraum schießen.
    Sie sind der Staatsfeind Nr. 1 in deutschalnd, weil Sie unsere mühsam erwirtschafteten Gelder für ein Projekt verprassen, das die Völker Europas spaltet. Einem ideologischen Wahn, der ihre Sinne benebelt. Für den Euro würden Sie doch jeden ans Messer liefern

  • Griechenland ist nicht pleite. Die korrupte Regierung Griechenlands soll endlich die unversteuert ins Ausland transferierten Milliarden der griechischen Oberklasse (zu der natürlich auch die Regierenden gehören) zurückholen und entsprechend abschöpfen, z.B. teilenteignen. 300 Milliarden Euro können sich in einem 8-Millionen-Völkchen nicht einfach in Luft auflösen. Die Gläubiger müssen hart bleiben und die griechische Regierung zur Verantwortung ziehen. Ein Schuldenschnitt ist völlig überflüssig, weil die Griechen genügend Geld auf die Seite gebracht haben.

  • Das Problem der Finanzkrise ist, daß ihre Akteure sie nicht ernst nehmen.
    Merkel, EZB & co glauben, daß die Krise ein Phänomen der öffentlichen Wahrnehmung ist - wenn nur die Öffentlichkeit anfinge, ihr Hauptaugenmerk weg von Europa und dessen maroder Finanzlage zu richten, dann würde alles wieder wie früher:
    schuldenfinanzierte Haushalte, mit einem Schmunzeln geduldete kleinere oder größere Betrügereien der FPIIGS, die EU als Plattform für gemeinsame Inszenierungen mit Gipfeln, Abspielen der Euro-Hymne, roten Teppichen etc: heile Politiker-Welt.

    Doch leider ist es nicht so. Viele, viele hundert Milliarden später lernen die deutschen Politiker, daß "die Märkte" nicht vergessen. Daß ihnen lukrative Wetten gegen Pleitestaaten immer wieder einfallen, daß letztendlich auch die größte Konkursverschleppung einen natürlichen Endpunkt besitzt: wenn in das Gesamtsystem kein Kapital mehr fließt, die Druckerpresse zwar schnell läuft, aber niemand das Zeug mehr haben will, das sie produziert.

    Dem gegenüber steht die Allparteien-Koalition und die gleichgeschaltete Presse.

    Wählen ist also keine Option, wir haben lauter FPIIGS-Freunde.

    Was würde ein Ayatollah machen, wenn es nicht um die Zerstörung unserer Wirtschaft, sondern eine Beleidigung seiner heiligen Schrift ginge?
    Und schaue ich mir die Reaktionen im Westen auf die ganzen Jihad-Verkündigungen an - Duckmäusertum & Verständnis - dann denke ich: das könnte funktionieren. Gewalt.

  • " Für einen Schuldenschnitt sei die Zeit aber noch nicht gekommen."
    Klar, wir haben denen noch nicht genug geliehen, äh, bezahlt.

  • Merkel / Schäuble wollen den Schuldenschnitt bis zur Wahl 'durchhalten'...

    Damit die Wiederwahl warscheinlicher ist.

    Uns kostet das viele Milliarden und die armen Griechen werden fast auf Afrika Nivau zurückgesetzt...

    Hauptsache Merkel bleibt Kanzler...

  • Ganz Ihrer Meinung!

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