Vogelgrippe-Erreger in Amerika
EU stoppt Geflügelimporte aus den USA

Die Einfuhr von Geflügel aus den USA ist nach einem Ausbruch der Vogelgrippe in Texas von der Europäischen Union gestoppt worden. Auch Bruteier und Fleisch seien von dem Importverbot betroffen, betonte EU-Verbraucherschutzkommissar David Byrne am Dienstag in Brüssel.

HB BRÜSSEL/NEW YORK. Die US-Behörden hätten die Kommission am Vorabend über den Ausbruch der hochansteckenden Tierkrankheit informiert. Der Erreger ist für Tiere nach Erkenntnissen der Behörden weitaus gefährlicher als angenommen, gilt jedoch für Menschen als ungefährlich. Die EU hat gegen zahlreiche asiatische Staaten einen ähnlichen Importstopp verhängt, wo ein anderer Erregerstamm der Vogelgrippe grassiert.

Die US-Seuchenbehörde CDC identifizierte den Erreger in Texas als ein Vogelgrippevirus vom Stamm H5N2. Er hat sich auf zwei Märkte in Houston ausgebreitet. Dieser Stamm sei höchstgradig ansteckend, habe sich bisher aber noch nie auf Menschen übertragen, sagte die Leiterin der CDC-Grippeabteilung, Nancy Cox, am Montagabend (Ortszeit) in Atlanta. Die in der vergangenen Woche auf einer Hühnerfarm nahe San Antonio entdeckte Vogelgrippe war anfänglich als wenig ansteckend klassifiziert worden.

Zuvor hatte der US-Staat Delaware Ausbrüche des Vogelgrippevirus H7N2 gemeldet, der ebenfalls für Menschen als harmlos gilt. An dem in Asien grassierenden Erreger H5N1 sind dagegen bislang mehr als 20 Menschen gestorben.

Die EU importierte nach Kommissionsangaben im vergangenen Jahr 800 000 einen Tag alte Küken im Wert von 2,5 Millionen Euro aus den USA. Das sind etwa die Hälfte aller in die EU eingeführten Küken. Zudem kamen aus den USA 13 000 Tonnen Eier im Wert von 20 Millionen Euro. Die Hälfte der Eier ging in die Geschäfte, der andere Teil an die Geflügelindustrie. Die US-Einfuhren machen etwa ein Viertel aller Eier-Importe in die EU aus. Geflügelfleisch importiert die EU nicht aus den USA. Bundesverbraucherschutzministerin Renate Künast (Grüne) nannte die von der Kommission ergriffenen Schutzvorkehrungen richtig und ausreichend. „Das ist eine ganz normale Maßnahme“, sagte sie am Rande des EU-Agrarministerrates in Brüssel.

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