Volksabstimmung am Sonntag
Schafft die Schweiz die privaten Krankenkassen ab?

Das Gesundheitssystem in der Schweiz steht möglicherweise vor einer der radikalen Reformen: Am Sonntag stimmen die Bürger über die Abschaffung der privaten Krankenkassen ab. Die Befürworter sind nicht chancenlos.
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BaselMindestlohn, Zuwanderung und nun das Gesundheitswesen – erneut steht in der Schweiz eine wegweisende Volksabstimmung an. Am Sonntag entscheiden die Bürger, ob die 61 privaten Krankenkassen des Landes abgeschafft und durch eine Einheitskasse ersetzt werden. Setzen sich die Befürworter der Initiative durch, wäre die radikalste Reform des Gesundheitssystems der Alpenrepublik die Folge.

Unterstützer des Volksbegehrens sind die Sozialdemokratische Partei (SP), Grüne, Gewerkschaften, Patienten- und Verbraucherorganisationen sowie Berufsverbände des Gesundheitswesens. Sie argumentieren, dass bei einer Abschaffung der privaten Kassen das System für die Patienten vereinfacht, die Krankenkassenprämien gesenkt und Kosten reduziert würden. „Mit der öffentlichen Krankenkasse stoppen wir die Prämienexplosion und bekommen die Kosten in den Griff“, sagt etwa Jacqueline Fehr, SP-Nationalrätin für den Kanton Zürich.

Wirtschaftsverbände, Krankenkassen, aber auch der Bundesrat und das Parlament lehnen die Initiative dagegen ab. „Das bisherige Krankenkassen-System hat sich bewährt. Es garantiert den Menschen eine gute medizinische Versorgung“, sagt Bundesrätin Doris Leuthard von der Christlichdemokratischen Volkspartei (CVP).

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Prämien werden 2015 angehoben

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  • Vertragsfreiheit????

  • Sowohl im Artikel als auch bei den Kommentaren scheint es einige Missverständnisse zu geben.

    In der Schweiz gibt es, im Gegensatz zu Deutschland, NUR "private" Krankenkassen. JEDER Einwohner der Schweiz ist verpflichtet, in einer davon versichert zu sein. Der Leistungsumfang ist streng reglementiert und vergleichbar, sehr ähnlich wie bei den gesetzlichen Kassen in Deutschland. Dafür gibt es, anders als in Deutschland, kein Zweiklassensystem mit gesetzlichen und privaten Kassen. So etwas wie die privaten Kassen in D (Vertragsfreiheit; nur einer Minderheit vorbehalten) existiert in CH nicht.

    Die Debatte in der Schweiz ist eher vergleichbar mit einer Debatte, ob man in D die verschiedenen gesetzlichen Kassen zusammenlegen solle.

  • Wenn eine Mehrheit in die Vertragsfreiheit einer Minderheit eingreifen will, ist das keine Demokratie, sondern Diktatur des Pöbels

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