Volksaufstände: Saudi-Arabiens Mächtige werden nervös

Volksaufstände
Saudi-Arabiens Mächtige werden nervös

Die Volksaufstände in mehreren arabischen Ländern gehen auch an Saudi-Arabien nicht spurlos vorbei. Gerüchte und Aufrufe zu Demonstrationen und Gerüchte über Erschießungen machen die Regierung nervös.
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Riad /IstanbulAm Mittwoch machte in saudischen Aktivisten-Kreisen das Gerücht die Runde, einer der zwei Administratoren einer Facebook-Seite von Regierungsgegnern sei von Angehörigen der Sicherheitskräfte in Riad erschossen worden. Von offizieller Seite wurde dies ebenso wenig bestätigt wie die Festnahme eines schiitischen Geistlichen im Osten von Saudi-Arabien am vergangenen Sonntag. Scheich Tawfik al-Amir, der in Ahsa predigte, soll in der Moschee dazu aufgerufen haben, Saudi-Arabien in eine konstitutionelle Monarchie umzuwandeln.

Im sozialen Netzwerk Facebook, das von jungen Saudis stark genutzt wird, gibt es derzeit zwei Aufrufe zu Demonstrationen gegen Korruption und für eine stärkere Beteiligung der Bürger an politischen Entscheidungsprozessen. Die Demonstrationen sollen am 11. und 20. März stattfinden. Den Namen des Getöteten, der den Angaben zufolge in seinem Haus umgebracht wurde, gaben die Aktivisten mit Faisal Ahmed Abdul Ahad (27) an. Sie behaupteten unter Berufung auf den zweiten Administrator der Seite, der seinen Namen angeblich aus Sicherheitsgründen nicht nennen wollte, Ahad sei am Dienstagabend in seinem Haus in Riad von einem Kommando erschossen worden. Die Angreifer hätten seine Leiche mitgenommen.

Salih al-Chaslan, der Sprecher der Nationalen Menschenrechtsgesellschaft von Saudi-Arabien, sagte auf Anfrage, er wisse weder etwas von der Festnahme des Geistlichen noch von dem Tod des Mannes aus Riad. „Bei uns sind keine Beschwerden diesbezüglich eingegangen“, sagte der Sprecher der staatlichen Gesellschaft. Die internationale Menschenrechtorganisation Human Rights Watch hatte am vergangenen Montag eine Erklärung zur Festnahme von Scheich Al-Amir veröffentlicht. Darin hieß es: „Die saudische Regierung sollte den Forderungen ihrer Bürger Gehör schenken, anstatt zu versuchen, sie mundtot zu machen.“

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