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Volksaufstand in Ägypten: Opposition und Regime rüsten sich für die Schlacht

Sie nennen ihn D-Day, Departure Day. In wenigen Stunden Freitag wollen hunderttausende Ägypter mit erneuten Massendemonstrationen nach den Freitagsgebeten den verhassten Diktator Hosni Mubarak zum Rücktritt bewegen. Die Opposition hofft auf eine Entscheidung. Aber Hosni Mubarak klebt an seinem Sessel. Aus Kairo berichtet Handelsblatt-Korrespondent Mathias Brüggmann.

Der Tahrir-Platz am Freitagmorgen: Zigtausende Demonstranten ziehen durch Kairos Straßen. Quelle: dpa
Der Tahrir-Platz am Freitagmorgen: Zigtausende Demonstranten ziehen durch Kairos Straßen. Quelle: dpa

KAIRO. Nach einer relativ ruhigen Nacht keimt die Hoffnung unter den Zehntausenden, die auch diese Nacht wieder auf dem Tahrir-Platz am Ägyptischen Museum mit seinen weltberühmten Mumiensammlungen ausgeharrt haben. Aus ausgebrannten Autowracks und den Absperrzäunen um das im Bau befindliche Ritz Carlton Hotel am Museum haben sie rund um den riesigen Platz im Zentrum der Hauptstadt Barrikaden errichtet.

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Am Morgen kommt Musik auf, einige tanzen. Die Angst der Nacht, ob Mubaraks Schlägertrupps wieder die spontanen Absperrungen stürmen und entfesselt auf Regimegegner einprügeln, sie mit Molotow-Cocktails und Stahlrohren attackiern, fällt wie ein Stein von tausenden Seelen. Dennoch waren es wieder Stunden der Aufregung, des Nervenkriegs und viele haben nun seit mehr als 36 Stunden nicht mehr geschlafen. Immer wieder kam es zu Angriffen mit Steinen. Brandsätze flogen hinter die Absperrungen. Bei zahlreichen brutalen Zusammenstößen und Prügeleien zwischen Anhängern und Gegnern des Regimes waren wieder viele Demonstranten verletzt worden, angeblich sollen einige zu Tode getreten worden sein.

Angriffe auf Journalisten

Bilder und Beweise gibt es dafür nicht - die Live-Kameras der großen Sender wie Al Dschasira oder BBC wurden von den Dächern der umliegenden Hotels geschafft - nachdem Geheimpolizei und Mubarak-Schläger immer brutaler ausländische Journalisten angriffen. In einzelnen Fällen, berichten Kollegen, seien sogar Zivilbeamte in ihre Hotelräume eingedrungen und hätten gezielt Kameras vernichtet.

Aber immerhin haben die Sicherheitsbreschen, die die Armee mit gepanzerten Truppentransportern zwischen die verfeindeten Lager geschlagen hat, weitgehend gehalten. Eine Nacht des entfesselten Mobs, mit Brandattacken und Plünderungen wurde so zumindest verhindert.

Oder rüstet sich das Mubarak-Lager nur für neue, hinterhältige Angriffe, wenn sich hunderttausende Regimegegner nach dem Freitagsgebet in Protestzügen aus den Moscheen in Bewegung setzen? Und so ist es vielleicht nur die Ruhe vor dem Sturm, die sich auf dem Tahrir-Platz ausgebreitet hat. Erleichterung, kurzes Durchatmen.

Das Regime rüstet zur Schlacht

In die Ruhe mischt sich die Angst, ob es nun nicht noch viel brutaler wird. Dass die meisten ausländischen Journalisten vom Tahrir-Platz vertrieben wurden, damit sie den Aufstand niederschlagen können, ohne dass die blutigen Bilder rund um die Welt gehen. Zwar kaum vorstellbar im Zeitalter von Facebook und Twitter - doch wann zuletzt hat das Regime hier rationale Entscheidungen getroffen?

  • 04.02.2011, 13:07 UhrAnonymer Benutzer: FredEricPorschee

    Danke für ihre bericht und ihren Mut, dort auszuharren.
    Viel Glück!

  • 04.02.2011, 12:22 UhrAnonymer Benutzer: vera

    bißchen viel suspense im Text, aber realistisch beschrieben. bis auf die 'dunkelhaarige Schönheit'. ich schreib ja auch nicht 'der knackärschige Journalist'.

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