Volksbefragungen
Zypern: Annan hält an Fahrplan fest

Die Volksabstimmungen im griechischen und türkischen Teil der Mittelmeerinsel werden stattfinden, der Fahrplan zur Lösung der Zypern-Frage wird damit eingehalten. Dies gab UN-Generalsekretär Kofi Annan in der Nacht zum Donnerstag nach einem dramatischen Verhandlungsmarathon auf dem schweizerischen Bürgenstock nahe Luzern bekannt.

HB LUZERN/ISTANBUL/ATHEN. „Der Plan ist ein Kompromiss“, sagte Annan. „Die Wahl ist nicht zwischen dem Plan und einer magischen Lösung. Es ist die Wahl zwischen einer Lösung und keiner Lösung.“ Ziel sei der EU-Beitritt eines wiedervereinigten Zyperns am 1. Mai nach 30 Jahren Teilung.

Annan appellierte an die Verantwortung der Politiker beider Seiten, die Volksgruppen entsprechend zu informieren. „Sie werden als Leitfiguren auf Sie sehen“, sagte der UN-Generalsekretär mit Blick auf die geplanten Volksabstimmungen. Anschließend übergab er den Konfliktparteien den mehrfach überarbeiteten Lösungsplan und Briefe mit der Aufforderung, zeitgleiche Referenden in beiden Teilen Zyperns durchzuführen.

Noch wenige Stunden zuvor hatten die Bemühungen um eine Wiedervereinigung Zyperns zu scheitern gedroht, weil sich der Führer der griechischen Zyprer, Tassos Papadopoulos, weigerte, den von Annan vorgelegten Abschlussplan zu unterzeichnen. Erst nachdem Annan ein weiteres Mal mit den Ministerpräsidenten Griechenlands und der Türkei, Kostas Karamanlis und Recep Tayyip Erdogan, zusammengekommen war, zeichnete sich eine Einigung zwischen allen Beteiligten über das weitere Verfahren ab.

„Dieser Plan ist fair“, sagte Annan, ohne detaillierte Angaben über die endgültige Fassung des Abkommens zu machen. Er ermögliche einer „beträchtlichen Zahl“ von griechischen Zyprern in ihre Heimat zurückzukehren. Viele andere würden angemessen entschädigt. Diejenigen türkischen Zyprer, die ihre Häuser verlassen müssten, würden mit Hilfe der internationalen Gemeinschaft ein neues Zuhause finden. Außerdem würden die fremden Truppen auf der Insel erheblich reduziert.

Bis zuletzt hatten sich auch die EU und die USA in die festgefahrenen Verhandlungen eingeschaltet. US-Außenminister Colin Powell telefonierte mit seinen Kollegen aus Griechenland und der Türkei. EU-Kommissionspräsident Romano Prodi rief dazu auf, die historische Gelegenheit für eine Verständigung zu nutzen.

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