Vor Abstimmung über Gaza-Abzug
Scharon entlässt zwei Minister

Beim Abzug von jüdischen Siedlungen aus dem Gazastreifen will sich Regierungschef Ariel Scharon keine weitere Schlappe leisten. Nach der Abstimmungniederlage in seiner eigenen Partei soll nun zumindest das israelische Kabinett für seinen Plan stimmen.

HB JERUSALEM. Deswegen hat Scharon Transportminister Awigdor Lieberman und Tourismusminister Benny Elon, die der rechten Partei Nationale Einheit angehören, ihre Entlassungsschreiben zukommen lassen. Der Schritt zielt darauf ab, Scharon am Sonntag im Kabinett eine Mehrheit für die Räumung des Gazastreifens zu sichern. Die Entlassungen könnten aber die schwere Krise der Regierung verschärfen. Scharon hatte bisher nur die Zustimmung von 11 der 23 Minister. Er selbst übernimmt zunächst die Geschäftsbereiche der beiden entlassenen Minister.

Der Ministerpräsident ringt um die Kabinettsmehrheit für seinen Plan, die jüdischen Siedlungen im palästinensischen Gaza-Streifen aufzugeben. In einer Abstimmung seiner eigenen konservativen Likud-Partei hatte Scharon eine Niederlage erlitten. Sein Plan sieht vor, bis Ende 2005 21 Siedlungen im Gaza-Streifen und vier der 120 jüdischen Siedlungen im Westjordanland aufzugeben. Umfragen zufolge befürwortet die Mehrheit der Israelis den Abzug aus dem Gaza-Streifen, wo rund 7500 jüdische Siedler unter 1,3 Millionen Palästinensern leben.

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