Vor allem britische Regierung enttäuscht
Iran nennt weiter kein Datum im Atomstreit

EU-Diplomaten berichten, der Iran hätte nicht die erhoffte klare und endgültige Antwort auf das geforderte Einfrieren von Teilen seines umstrittenen Atomprogramms gegeben.

HB PARIS. Aus diplomatischen Kreisen im Umfeld der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) verlautete, das Land habe nicht wie gefordert einen definitiven Termin für das Einstellen der Urananreicherung genannt. Die Antwort Irans sei nicht allzu enttäuschend, aber auch nicht ganz konkret ausgefallen, hieß es aus diplomatischen Kreisen der Europäischen Union (EU). Die Antwort sei am Abend den Botschaftern Deutschlands, Großbritanniens und Frankreichs in Teheran übermittelt worden. Die EU hatte angekündigt, die Forderung der USA zu unterstützen, das Thema vor den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen (UN) zu bringen, falls der Iran die Produktion angereicherten Urans nicht vor der nächsten Sitzung des Direktoriums der IAEA am 25. November einstelle. Der Rat kann Sanktionen verhängen. Angereichertes Uran ist auch zur Herstellung von Atomwaffen geeignet.

Auf Enttäuschung dürfte die unklare Antwort aus Teheran insbesondere bei der britischen Regierung treffen. Diese hatte gehofft, Premierminister Tony Blair könnte US-Präsident George W. Bush bei seinem Besuch am Donnerstag in Washington ein Nuklearabkommen mit dem Iran vorlegen. Blair ist der erste Regierungschef, der Bush nach dessen Wiederwahl besucht.

Die Nachrichtenagentur Reuters hatte zuvor von einer iranischen Quelle erfahren, die Chance für eine Annahme des mit EU-Vertretern ausgehandelten Kompromisses sei größer als 50 Prozent. Bundesaußenminister Joschka Fischer hatte allerdings zuvor in Berlin gesagt, die Gespräche Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens mit dem Iran über dessen Atomprogramm hätten noch zu keinem Durchbruch geführt.

Die drei EU-Staaten hatten am Wochenende mit Vertretern des Iran eine vorläufige Vereinbarung über die Aussetzung der Uran- Anreicherung des Landes erreicht, die aber von der Regierung in Teheran noch gebilligt werden muss. Die zunächst schon für Mittwoch erhoffte Antwort Irans hatte sich verzögert, da es offenbar im Iran Streit über die Zusammenarbeit mit den Staaten des Westens gab. Die USA haben dem Ansatz der Europäer, eine Lösung auf dem Verhandlungsweg zu erreichen, zwar zugestimmt, sehen ihn aber mit Misstrauen und halten die Drohung mit UN-Sanktionen aufrecht. Sie werfen dem Iran vor, unter dem Deckmantel eines zivilen Programms Atomwaffen zu entwickeln, was die Regierung in Teheran vehement bestreitet.

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