Vor Bundestagsabstimmung
Britischer General: Krieg in Afghanistan ist nicht zu gewinnen

Der ranghöchste britische Befehlshaber in Afghanistan hat Hoffnungen auf einen Sieg im Kampf gegen die radikal- islamischen Taliban gedämpft. Unterdessen will der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier die KSK-Soldaten vom Hindukusch abziehen.

LONDON. Die Öffentlichkeit sollte keinen "entscheidenden militärischen Sieg" erwarten, sagte Luftwaffen- Brigadier Mark Carleton-Smith in einem Interview der Sonntagszeitung "Sunday Times". Zwar hätten seine Truppen den Taliban für 2008 "den Stachel gezogen". Doch der General betonte: "Wir werden diesen Krieg nicht gewinnen." Es sei notwendig, die "Erwartungen herunterzuschrauben".

Ziel sei es, Aufstände soweit zu verhindern, dass die afghanische Armee damit fertig werde. Das könne auch bedeuten, Gespräche mit den Taliban in Betracht zu ziehen, sagte Carleton-Smith. Wenn die Taliban bereit wären, "sich an einen Tisch zu setzen" und über ein politisches Abkommen zu sprechen, dann wäre das "eine Art von Fortschritt".

Großbritannien hat bis zu 8 000 Soldaten im gefährlichen Süden Afghanistans stationiert. Seit Beginn des Einsatzes 2001 kamen rund 120 britische Soldaten ums Leben.

Kurz vor der Entscheidung des Bundestags wird in der Regierungskoalition unterdessen heftig über den künftigen Einsatz deutscher Streitkräfte in Afghanistan diskutiert. In der SPD zeichnete sich eine Kehrtwende beim Einsatz der Bundeswehr-Spezialeinheit KSK ab. Aus der CSU wurde die Forderung nach einer Strategie für die Beendigung des gesamten Bundeswehr-Einsatzes in Afghanistan laut.

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