Vor Debatte
US-Vize-Präsident Biden unter Druck

Der US-Präsident hat seinen Debatten-Flop erklärt: „Ich war zu höflich“. Die Fernsehdebatte hat Romney einen Schub gegeben. Jetzt liegt es an US-Vizepräsident Biden einen Vorsprung für die Demokraten herauszuarbeiten.
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WashingtonIn den USA treten Vize-Präsident Joe Biden und der republikanische Anwärter Paul Ryan am Donnerstag zum zweiten großen TV-Duell des Wahlkampfs an. Nach der enttäuschenden Vorstellung von Präsident Barack Obama bei seiner Debatte mit dem Republikaner Mitt Romney steht Biden unter Druck, wieder einen Vorsprung herauszuarbeiten.

Gegenwärtig liegen Obama und Romney in Umfragen gleichauf. Biden und Ryan haben bislang im Wahlkampf einen aggressiveren Ton als ihre Chefs angeschlagen. Experten wie Mark Brewer von der University of Maine gehen davon aus, dass bei der Debatte im Bundesstaat Kentucky "mehr Funken fliegen werden" als bei der ersten.

Der 69-jährige Biden saß ein Vierteljahrhundert im Senat, auch als Vorsitzender der Ausschüsse für Auswärtiges und Justiz. Bei der Wahl vor vier Jahren machte er bei seiner Debatte mit Sarah Palin eine gute Figur und zeigte sich bei seiner gescheiterten Präsidentschaftsbewerbung als starker Redner.

Experten weisen zudem auf seinen Humor hin, der ihn von den anderen drei Spitzenkandidaten abhebe. "Romney und Obama sind beide humorfrei, und Paul Ryan hat sich nicht als Stimmungskanone entpuppt", sagte Alan Schroeder von der Northeastern University. Dagegen steht, dass Biden zu verbalen Fehltritten neigt, weswegen er schon mal als Politclown dargestellt wird.

Der 42-jährige Ryan hat vergleichsweise wenig Erfahrung mit derartigen Debatten. Er gilt als Experte für Haushaltsfragen und eher schwach in der Außenpolitik. Ein republikanischer Stratege nannte einen weiteren möglichen Schwachpunkt: Biden könnte versuchen, die Seite von Ryan herauszulocken, die sich für Zahlen und Bilanzen begeistern kann - nicht unbedingt der Stoff für eine Fernsehdebatte.

Bei den jüngsten Wahlkampfauftritten rief der langjährige Abgeordnete im Repräsentantenhaus die Amerikaner dazu auf, sich selbst ein Bild von Obamas "gescheiterten Außenpolitik" zu machen. Dazu müssten sie nur den Fernseher anschalten und Nachrichten schauen, sagte Ryan.

Unterdessen hat US-Präsident Barack Obama eine Erklärung für seinen schwachen Auftritt in der TV-Debatte gegen seinen Herausforderer Mitt Romney geliefert. „Ich war einfach zu höflich“, sagte er dem Online-Portal „Black America Web“ am Mittwoch. Es sei aber schwierig gewesen, Romney immer wieder vorzuhalten, dass er nicht die Wahrheit sage.

Bei der nächsten Debatte kommende Woche wolle er seinem Gegner aber mehr Paroli bieten. „Wir werden dann etwas mehr Aktivität sehen“, sagte Obama. Bei der Präsidentenwahl am 6. November erwarte er ein knappes Ergebnisse, meinte Obama mit Blick auf sinkende Werte in Umfragen.

In diesem Jahr gibt es nur eine Debatte der Vize-Kandidaten. Am 16. und 22. Oktober finden dann zwei weitere TV-Duelle zwischen Obama und Romney statt. Die Wahl selbst ist am 6. November.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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