Vor dem Referendum
Schwedische Euro-Umfragen widersprechen sich

Die Auswirkungen des Mordes an Schwedens Außenministerin Anna Lindh auf das Euro-Referendum sind weiter unklar.

HB STOCKHOLM. Während das Meinungsforschungsinstitut SKOP anhand einer am Freitag veröffentlichten Umfrage von einem Kopf-an-Kopf-Rennen ausgeht, ermittelte das Konkurrenz-Institut Sifo einen Vorsprung von zwölf Prozentpunkten für die Euro-Skeptiker in Schweden. Die schwedische Krone gab zum Euro als Reaktion auf die Daten der Sifo-Umfrage etwas nach. Am Vortag war an den Märkten über einen „Mitleidseffekt“ für Lindh spekuliert worden, der dem seit Monaten in Umfragen im Hintertreffen liegenden Lager der Euro-Befürworter Auftrieb geben könnte.

Beide schwedischen Institute hatten ihre Daten nach dem Tod Lindhs am Donnerstag erhoben. Damit flossen erstmals auch die Reaktionen der Schweden auf den Tod der beliebten Sozialdemokratin in das Stimmungsbild vor dem Euro-Referendum ein. Lindh war am Mittwoch in einem Stockholmer Krankenhaus von einem Unbekannten niedergestochen worden und am Donnerstagmorgen ihren schweren Verletzungen erlegen.

Beide Seiten haben sofort nach Bekanntwerden des Messer-Attentates am Mittwoch ihre Kampagnen eingestellt. Alle Parlamentsparteien sprachen sich nach dem Tod Lindhs für die Durchführung des Referendums selbst aus. Für diesen Freitagabend ist eine abschließende TV-Debatte in geänderter Form geplant.

Händler in Frankfurt erwarteten kein positives Euro-Votum der Schweden am Sonntag: „Unabhängig vom Tod von Frau Lindh rechnet kaum jemand damit, dass sich die Schweden am Sonntag für einen Euro-Beitritt aussprechen. Abgesehen von den Finnen stehen alle Skandinavier dem Euro eher skeptisch gegenüber. Und die aktuelle Diskussion um die Stabilitätskriterien vergrößert die Zurückhaltung eher noch“, hieß es unter Händlern.

Zahra Ward-Murphy von Dresdner Kleinwort Wasserstein sagte, es habe zwar nach dem Tode Lindhs eine erhöhte Wahrscheinlichkeit gegeben, dass es ein Ja-Votum geben könnte. „Wie ich höre, haben einige sich jedoch Gewinnmitnahmen angesichts der Stärke der Krone vorgenommen. Wahrscheinlich hat die (Sifo)-Umfrage sie darin bestärkt.“ Spekulationen, nach dem Attentat auf Lindh sei eine Zustimmung der Schweden zum Euro wahrscheinlicher geworden, hatten der Krone am Vortag Auftrieb gegeben, weil die Währung bei einem schwedischen Beitritt zur Euro-Zone voraussichtlich zu einem höheren Kurs ausgetauscht würde.

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