Vor dem Treffen in London
Europäer setzen sich bei Strategie der G20 durch

Die Europäische Union hat sich auf dem Gipfeltreffen der Finanzminister und Notenbankchefs der zwanzig führenden Wirtschaftsmächte (G20) weitgehend durchgesetzt.

dih/dri/fmk/mth/rut LONDON. In der Abschlusserklärung des Vorbereitungstreffens zum G20-Gipfel am 2. April in London finden sich die von den Europäern gewünschten Bekenntnisse zu einer lückenlosen internationalen Regulierung der Finanzmärkte. Die von den USA propagierten zusätzlichen Konjunkturprogramme werden hingegen nationalen Abwägungen überlassen. Außerdem vereinbarten die Teilnehmer eine Stärkung des Internationalen Währungsfonds (IWF) und versprachen Hilfen für von der Krise betroffene Entwicklungsländer.

Bundesfinanzminister Peer Steinbrück äußerte sich nach dem Ende des Treffens im südenglischen Horsham am Samstag zufrieden mit den Ergebnissen. "Die G20 haben beachtliche Fortschritte in Sachen Regulierung und Transparenz gemacht", sagte er, als er gemeinsam mit der französischen Amtskollegin Christine Lagarde vor die Journalisten trat.

Mehrere Regierungschefs bemühten sich am Wochenende, die Konflikte zwischen EU und USA um die Notwendigkeit weiterer fiskalischer Impulse herunterzuspielen. "Ich weiß nicht, woher der Eindruck kommt, dass sich Lager innerhalb der G20 entwickelten", sagte US-Präsident Barack Obama in Washington. "Es gibt keine Lager." Niemand werde sich entschlossener für die Regulierung einsetzen als er. "Der Gipfel in London wird vor allem sehr klare regulatorische Fortschritte bringen", sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel nach einem Treffen mit dem britischen Premierminister Gordon Brown auf dessen Landsitz Chequers. Dafür gebe es klare Signale aus Washington. "Die Gegensätze, die jetzt aufgebaut werden, sind glaube ich nicht real."

Die Abschlusserklärung des Finanzministertreffens enthält acht Punkte, aufgeteilt in die Themen "Weltweites Wachstum wiederherstellen" und "Das Finanzsystem stärken". Im ersten Block bekennen sich die G20 dazu, beschlossene Konjunkturpakete rasch umzusetzen und die Wirtschaft zu unterstützen, bis sie wieder wachse. Der IWF werde die fiskalischen Impulse bewerten. Der britische Finanzminister Alistair Darling stellte aber anschließend klar, dass die Organisation keine Befugnisse erhalten habe, Länder zu verstärktem Engagement anzuweisen.

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