Vor der Griechen-Wahl
Ein Land zwischen Optimismus und kaltem Krieg

Griechenlands Linken-Chef Tsipras sieht sein Land in einem kalten Krieg mit Europa - setzt aber weiterhin darauf, Mitglied der Eurozone zu bleiben. Sein konservativer Kontrahent Samaras sieht optimistisch in die Zukunft.
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AthenDer griechische Wahlkampf wird zunehmend von der Stellung des Landes in Europa bestimmt. Knapp drei Wochen vor der entscheidenden Neuwahl des Athener Parlaments am 17. Juni spricht Linken-Führer Alexis Tsipras von einem Kalten Krieg mit Europa. Konservativen-Chef Antonis Samaras blickte nach einem Gespräch mit allen Botschaftern der EU-Staaten am Dienstag optimistisch in die Zukunft.

Tsipras zog einen Vergleich mit den Nachkriegsjahren: „Beide Seiten halten Atomwaffen in den Händen. Unsere Kreditgeber besitzen als Atomwaffe die Einstellung ihrer Zahlungen. Wir dagegen drohen damit, die Begleichung unserer Staatsschulden zu stoppen. Allen ist aber bewusst, drückt einer auf den roten Knopf, dann gibt es keine Sieger. Nur Verlierer“, sagte der Vorsitzende der griechischen Linksradikalen im Gespräch mit „stern.de“.

Tsipras bekräftigte, er wolle im Fall eines Wahlsieges das Sparabkommen zwischen Griechenland und EU-Kommission, Zentralbank und Internationalem Währungsfonds (IWF) aufkündigen. „Die Sparpolitik hat sich als falsches Medikament der Therapie erwiesen. Nicht nur für Griechenland, auch für Portugal, Spanien und Italien.“

Trotz aller Drohungen glaubt der 37-jährige Linken-Politiker nach eigener Aussage nicht, dass Griechenland der Geldhahn zugedreht wird. „Die Euro-Zone stellt eine Kette aus 17 Gliedern dar. Geht eines kaputt, schadet das der ganzen Kette. Europa befindet sich am Scheideweg - wie nach der Krise 1929, die es auf sehr dunkle Wege geführt hat“, sagte Tsipras. Er fordert für sein Land und andere südeuropäische Länder eine Art Marshall-Plan sowie die Ausgabe von Eurobonds.

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Konservativenchef Samaras optimistisch

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  • @komano

    Sie betrachten das ganze aus der Sicht eines griechischen Obdachlosen auf die deutschen Multimillionäre.
    nehmen Sie mal den Standpunkt eines deutschen Steuerzahlers mit Blick auf die griechischen Superreichen mit Konto in Zürich.
    Kinder haben Sie offenschtlich schon lange keine mehr in deutschen (öffentlichen) Schulen.
    Beim Auto fahren benutzen Sie offensichtlich nur die neueren Autobahnen und die "besseren" Vororte.
    Und Ferien als Reise sparen (im Sinne des Wortes) sich viele Deutsche schon lange.
    Das der öffentliche Dienst hier relativ gut bezahlt ist, hängt damit zusammen, dass er in den meisten Zweigen unterbesetzt ist und damit wirkliche 40+ h in der Woche ARBEITEN muss.

    Bischen sachlich wäre nett.


  • @kvogeler
    "...Und wir tun das was wir immer gemacht haben: sparen..."
    Was bedeutet bitte "sparen"? Bitte seien Sie konkret! Wo sehen Sie hier das Sparen? Die D besitzen die besten Autos, machen jedes Jahr Urlaub (das Wort "Winterferien" gibt es in vielen Sprachen gar nicht), die Restauranten sind immernoch voll, die Straßen vorbilblich, es gibt Sicherheit (in Gr gibt es kaum Geld für die Polizei), die Beamten kriegen im durschnitt 2.600 (ja, fast das doppelte als in Gr), die Kinder gehen in super-Schulen (mit Sporthallen!!!), die Arbeitslosen kriegen lebenslänglich Geld, ...
    Die Liste ist unendlich. Und schmeicheln Sie sich bitte nicht, in D wird nicht besonders hart gearbeitet. Haben Sie sich mal gefragt, warum milionen von Menschen her kommen? Wenn es so wäre, wie es einige in den letzten 3 Jahren beschreiben, dass z.B. in G keiner Steuer zahlt, keiner arbeitet und das süße Leben geniesst, wären schon die meisten Europäer da, die Menschen sind ja nicht dumm. Die wahrheit ist, dass der durschnittliche D zu "soft" für die Lebensbedingungen in G geworden ist. Kein Sozialstaat und harter Individualismus. Ideal für business - die koruptesten Firmen machen schon seit Jahren (insbesondere nach der Euro-Einführung) die besten Geschäfte da - die Aktionäre hier geniessen, die G schuften. Und wenn sie sich ein (für EU) mittel-Lebensstandart erreicht haben, da kommt der Finger hoch: "SPAREN" (ABER WEITER UNSERE WAFFEN usw KAUFEN)!

    Und da der Mitleser "Bietchekoopen" von "Reformen" gesprochen hat:
    Alle 3 Monate kommt diese Troika, bespricht diese Reforme und kontroliert die Vortschritte. Die Hauptveranwortung trägt die G Regierung (die hatten vor 3 Jahren fast 45% - nun knapp über 13%). Wer aber darauf besteht, dass der Plan (ja, das berühmte und rätselhafte "Sparen") richtig war, ist realitätsfremd.

    @handelsblatt
    Vielen Dank für die Gastfreundschaft.

  • Leider haben die griechischen Politiker auch die letzten 3 Jahre nicht für Reformen genutzt. In Wirklichkeit ist nichts passiert! Alles was wir lesen sind nur Absichtserklärungen und Gesetze über die man sich aufregt.
    Praktisch umgesetzt wurde bisher nichts, wie die Troika befunden hat.
    Der Herr Tsirpas spricht nur offen aus, was sowieso schon praktiziert wird. Mehr Zeit für Reformen...usw. dabei hat man doch noch garnicht mit irgendeinem Reförmchen angefangen!
    Ich denke, die meisten EU-Regierungen wünschen sich einen Wahlsieg von Tsirpas. Dann können die Rettungsschirme ihre Arbeit für Spanien und Italien tun. Griechenland wird dann endlich den Währungsraum verlassen und wir alle sind sehr zufrieden.
    Häufig habe ich Urlaub in Griechenland gemacht, aber nach all den Beschimpfungen und nach all diesen unverschämten Forderungen ekelt mich das Land momentan nur noch an.

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