Vor der Nominierung des EU-Kommissionspräsidenten
Berlin und Paris für Verhofstadt

Bundeskanzler Gerhard Schröder und Frankreichs Staatspräsident Jacques Chirac sind sich einig: Der belgische Ministerpräsident Guy Verhofstadt soll ihr Kandidat für die künftige EU-Kommissionspräsidentschaft werden, das berichtet die "Financial Times Deutschland" auf Berufung auf Regierungskreise. Am Donnerstag werden die Regierungschefs der Europäischen Union in Brüssel über den Nachfolger von Romano Prodi beraten.

HB BERLIN. Bundeskanzler Gerhard Schröder hatte am Montag nach einem Treffen mit dem französischen Präsidenten Jacques Chirac in Aachen erklärt, beide Länder wollten die irische EU-Ratspräsidentschaft in ihrem Bemühen unterstützen, einen mehrheitsfähigen Vorschlag für das Amt des Kommissionspräsidenten zu machen. Zuvor hatte es in deutschen Regierungskreisen geheißen: „Es wird eine gemeinsame Position in der Frage des Kommissionspräsidenten geben.“

Chirac hatte bereits vor dem Aachener Treffen Verhofstadt einen „sehr guten Präsidenten der Kommission“ genannt. Die Bundesregierung hat sich dazu noch nicht öffentlich geäußert. Als aussichtsreiche Kandidaten gelten neben Verhofstadt auch der portugiesische EU-Kommissar Antonio Vitorino und der dänische Regierungschef Anders Fogh Rasmussen.

Die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union (EU) wollen bei ihrem Gipfeltreffen am Donnerstag und Freitag in Brüssel über die Nachfolge von Kommissionspräsident Romano Prodi beraten. Der Liberale Verhofstadt stößt nach Medienberichten bei einigen Regierungschefs auf Vorbehalte. Zudem gibt es auch im Europäischen Parlament Widerstand gegen ihn. Der bisherige Chef der Europäischen Volkspartei (EVP), Hans-Gert Pöttering, hatte am Montag erklärt, er sehe in seiner Fraktion keine Mehrheit für Verhofstadt. Die in der EVP zusammengeschlossenen Christdemokraten und Konservativen stellen im Europaparlament erneut die größte Fraktion. Aus ihr werden die Forderungen lauter, angesichts der Wahlerfolge der Christdemokraten und Konservativen bei der Europawahl müsse der künftige Kommissionpräsident aus den Reihen der EVP kommen. Der Kommissionspräsident muss sich dem Vertrauensvotum des Parlaments stellen.

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