Vor der Stichwahl
Simbabwe verbietet Arbeit von Hilfsorganisationen

Die Regierung des afrikanischen Krisenstaates Simbabwe hat allen Hilfsorganisationen die Arbeit im Land verboten. Sozialminister Nicholas Goche schrieb nach Angaben der BBC in einer Mitteilung an alle Hilfsorganisationen und Nichtregierungsorganisationen, sie hätten gegen die vereinbarten Arbeitsbedingungen verstoßen.

HB LONDON/HARARE. Bereits vor etwa einer Woche war einigen Hilfsorganisationen die Tätigkeit in Simbabwe untersagt worden. Die in Großbritannien ansässige Organisation Care International durfte ihr Wirken nicht fortsetzen, da sie angeblich Wahlkampf über die Oppositionspartei MDC von Morgan Tsvangirai betrieben haben soll.

Care International bestreitet die Anschuldigungen. Andere Organisationen berichteten, sie hätten vor allem in Hochburgen der Opposition ihre Arbeit einschränken müssen.

Die BBC-Korrespondentin im südafrikanischen Johannesburg berichtete unter Berufung auf Mitarbeiter von Hilfsorganisationen, dass die Regierung des umstrittenen Präsidenten Robert Mugabe möglicherweise so kurz vor der Stichwahl am 27. Juni keine Zeugen einer Einschüchterungskampagne gegen MDC-Sympathisanten haben möchte. Tsvangirais Oppositionspartei MDC hatte die Wahlen am 27. März gewonnen, aber die absolute Mehrheit verfehlt.

Der stellvertretende Informationsminister Bright Matonga sagte der BBC, dass einige Hilfsorganisationen Wahlkampf für die Opposition betrieben hätten und Lebensmittel allein an Unterstützer der Opposition verteilt hätten.

Der Sprecher der Hilfsorganisation Save the Children, Dominic Nutt, sagte, ein solches Arbeitsverbot schade unzähligen Hilfsbedürftigen.

Judith Melby von Christian Aid sagte, die Hilfsorganisationen wollten sich in der Hauptstadt Harare treffen, um "über ihre nächsten Schritte zu sprechen". Fast die Hälfte der rund 12,3 Millionen Menschen in Simbabwe seien unterernährt. Etwa 80 Prozent seien arbeitslos und viele Menschen seien von Nahrungsmittelhilfe abhängig.

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