Vor der Wahl
Polizisten in Nepal schießen auf Demonstranten

Vor der Wahl einer verfassungsgebenden Versammlung in Nepal mehren sich die gewaltsamen Zwischenfällen. Heute eröffnete die Polizei das Feuer auf Demonstranten.

HB KATHMANDU. Einen Tag vor der Wahl einer verfassungsgebenden Versammlung in Nepal hat die Polizei auf Demonstranten im Westen des Landes geschossen. Einer der Teilnehmer der Protestaktion wurde dabei am Mittwoch getötet. Die Demonstranten protestierten gegen die Ermordung eines Kandidaten im Bezirk Surkhet am Tag zuvor. Sie randalierten nach Angaben der Polizei in den Straßen, zerschlugen Fensterscheiben und beschädigten Busse.

Die Demonstranten hätten sich einem Ausgehverbot in der Region widersetzt, das nach der Ermordung des kommunistischen Politikers verhängt worden sei, sagte Polizeichef Ram Kumar Khanal.

In dem Bezirk soll am morgen nicht wie geplant gewählt werden. Die Abstimmung wird wegen der Gewalt verschoben. Der kommunistische Politiker Rishi Prasad Sharma wurde am Dienstag in der Stadt Jahare Bazar rund 500 Kilometer östlich der Hauptstadt von einem Unbekannten erschossen.

Bei Zusammenstößen mit der Polizei wurden in der Ortschaft Satbariya im Südwesten des Landes am Dienstag sechs ehemalige Rebellen getötet. Die Polizei erklärte, die Männer hätten versucht, einen früheren Minister anzugreifen. Die Wahl der Sonderversammlung wurde wegen gewaltsamer Zwischenfälle und Protesten bereits zwei Mal verschoben. Am Montag wurden bei zwei Bombenanschlägen mindestens 13 Menschen verletzt..

Der Uno-Vertreter in Nepal, Ian Martin, äußerte sich besorgt. Er befürchte, dass es auch am Wahltag zu Gewalt kommt. Die Vereinten Nationen haben die ehemaligen Rebellen, die sogenannten Maoisten, für den größten Teil der Gewalt verantwortlich gemacht.

Die Wahl der Sonderversammlung ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur politischen Neuordnung des Himalaya-Staates. Das nepalesische Parlament hat Ende Dezember für die Abschaffung der seit Jahrhunderten bestehenden Monarchie gestimmt. Bevor der Beschluss umgesetzt wird, soll noch die Sonderversammlung gewählt werden. König Gyanendra verspielte seine Popularität, als er sich 2005 zum absoluten Herrscher erklärte und zunehmend gewaltsam gegen jede Form von Opposition vorging. Nach Massenprotesten 2006 gab er auf.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%