Vor einer Waffenfabrik
Dutzende Tote bei Anschlag in Pakistan

Selbstmordanschläge nordwestlich der pakistanischen Hauptstadt Islamabad: Zwei Attentäter haben sich kurz hintereinander vor einer Waffenfabrik in die Luft gesprent. Mindestens 20 Menschen starben, viele wurden verletzt.

HB ISLAMABAD. Bei zwei nahezu zeitgleichen Selbstmordanschlägen vor einer Rüstungsfabrik in Pakistan sind am Donnerstag rund 50 Menschen getötet worden. Weitere 70 Personen wurden nach Polizeiangaben verletzt, viele davon schwer. Zu dem Anschlag bekannten sich die pakistanischen Taliban. Die Tat ereignete sich in Wah, 30 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Islamabad.

Die Attentäter zündeten ihre Bomben an zwei Werkstoren des Industrie-Komplexes, der eigentlich schwer bewacht ist. Zu dem Zeitpunkt verließen gerade viele Arbeiter nach ihrem Schicht-Ende das Gelände. Wah ist das Zentrum der pakistanischen Rüstungsindustrie. Dort stellen 25 000 Menschen in 15 Fabriken Waffen und Munition her. Soldaten riegelten den Zugang zum Tatort ab. „Überall lagen Leichen, und blutverschmierte Verletzte schrien um Hilfe“, sagte ein Augenzeuge. Die pakistanischen Taliban erklärten, sie hätten den Anschlag aus Vergeltung „für die Vorgänge in Bajaur“ verübt. Zudem kündigten sie weitere Anschläge für den Fall an, dass Pakistan weiter gegen die Taliban vorgeht.

Bei schweren Kämpfen in der Stammesregion Bajaur an der Grenze zu Afghanistan hatten Sicherheitskräfte jüngst mindestens 20 Islamisten getötet. Die Gegend ist ein Rückzugsgebiet von Kämpfern der Al-Kaida und der Taliban. Die extremistische Gewalt gilt als größte Herausforderung der Regierungskoalition - vor allem nach dem Rücktritt von Regierungschef Pervez Musharraf zu Beginn dieser Woche. Musharraf war ein enger Verbündeter der USA in deren Kampf gegen Al-Kaida und Taliban in Afghanistan.

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