_

Vor Finanzminister-Treffen: Neue Proteste in Athen

Auf dem morgigen Treffen der Euro-Finanzminister muss Griechenland Einsparungen in Höhe von 325 Millionen Euro belegen. Erneute Demonstrationen in Athen zeigen, dass die Griechen die Sparforderungen leid sind.

Studenten protestieren am Samstag bis in den späten Abend vor dem Parlamentsgebäude in Athen. Quelle: dpa
Studenten protestieren am Samstag bis in den späten Abend vor dem Parlamentsgebäude in Athen. Quelle: dpa

AthenEinen Tag vor dem möglicherweise entscheidenden Treffen der Euro-Finanzminister zur Griechenland-Rettung am Montag haben hunderte Menschen in Athen erneut gegen die Sparforderungen der EU demonstriert. Rund 1500 Griechen beteiligten sich laut Polizei an einer Protestkundgebung auf dem Platz vor dem Parlament. Die Demonstranten folgten einem Aufruf der Gewerkschaften, für den Nachmittag war eine weitere Kundgebung der radikalen Linken geplant.

Anzeige

Auf Spruchbändern kritisierten sie die jüngsten Sparbeschlüsse ihrer Regierung: „Armut und Hunger haben keine Nationalität“, stand auf einem Transparent, gefolgt von dem englischen Zusatz: „all of us we are Greeks, Merkel and Sarkozy are freaks“ (Wir sind alle Griechen, Merkel und Sarkozy sind Freaks).

An der Kundgebung am Vormittag beteiligte sich auch eine Gruppe von rund 50 Demonstranten, die das Ende der alten „Parteien-Mafia“ und eine Fortsetzung des Reformkurses unter dem unabhängigen Übergangsregierungschef Lucas Papademos forderten. „Wir schämen uns unserer Politiker“, stand auf einem orangefarbenen Schild, ein anderes forderte: „Lasst uns Griechenland neu erschaffen“.

Die Eurogruppe kommt am Montag in Brüssel zusammen, um über die Rettung Griechenlands vor der Staatspleite zu beraten. Als Voraussetzung muss Athen unter anderem neue Einsparungen in Höhe von 325 Millionen Euro vorweisen. Zudem sollen die privaten Gläubiger des hochverschuldeten Landes freiwillig auf Forderungen in Höhe von 100 Milliarden Euro verzichten. Dieser Schuldenschnitt ist die Voraussetzung dafür, dass die Euro-Länder ein zweites Hilfspaket in Höhe von insgesamt 130 Milliarden Euro beschließen.

  • 19.02.2012, 17:07 UhrAnonymer Benutzer: aspi

    Jeder Normalsterbliche kann aus dem Artikel folgendes herauslesen: Die Griechen sind der Demonstrationen leid und haben Verständnis für die Sparzwänge, deshalb haben sich kaum noch Menschen an den jüngsten Demos beteiligt. Wie der Schlagzeilentexter zur gegenteiligen Auffassung kommt, bleibt ein Rätsel.

  • 19.02.2012, 16:24 UhrAnonymer Benutzer: komano

    Na ja...
    1500 Demonstranten in einer 5 Mio Stadt...
    Auch wenn Sie 3000 oder 30000 wären, wäre der Untertitel "Erneute Demonstrationen in Athen zeigen, dass die Griechen die Sparforderungen leid sind" übertrieben...

  • Video

Politik Bundestag stärkt Organspende

Krankenversichterte ab 16 Jahren werden in Zukunft häufiger gefragt, ob sie Organspender werden wollen. Dieses Gesetz hat der Bundestag mit großer Mehrheit verabschiedet - und noch einige weitere Entscheidungen gefällt.

  • Die aktuellen Top-Themen
Die Linke: Ulrich Maurer greift Parteispitze an

Ulrich Maurer greift Parteispitze an

In der Linken mehrt sich der Protest gegen die Parteispitze und den Zustand der Partei. Fraktionsvize Ulrich Mauer fordert eine radikale Verjüngungskur - und mehr Frauen. Denn in diesem Punkt hapert es gewaltig.

Gastkommentar: Die CDU muss weiter nach links rücken

Die CDU muss weiter nach links rücken

Nach der NRW-Wahl muss die Union neue Prioritäten setzen: Sie muss auf die Sorgen der Menschen reagieren. Sonst verliert sie noch mehr Vertrauen - und ihren Status als Volkspartei.

Studie: Bei Übernahmeschlachten gewinnt der Verlierer

Bei Übernahmeschlachten gewinnt der Verlierer

Wenn zwei Unternehmen um ein anderes streiten, bedeutet das oft nicht Gutes für den Gewinner. Denn bei Übernahmen können die Sieger die Erwartungen oft nicht erfüllen. Profiteur ist - der Verlierer.

Handelsblog Feuert die Dicke Bertha in die falsche Richtung?

Ein Kernproblem im Euro-Raum ist, dass es in den Krisenstaaten einen gefährlichen Link gibt zwischen dem Bankensystem und den Staatsfinanzen dieser Länder. Geldinstitute in Griechenland, Spanien, Irland und anderen Ländern stehen mit dem... Von Olaf Storbeck. Mehr…

Handelsblog Das Versagen von Bayern München, ökonomisch erklärt

Der Ausgang des Champions-League-Finales ist nicht nur peinlich für die Bayern, sondern auch für mich persönlich. Ausgehend vom Marktwert der Spieler hatte ich prognostiziert, dass Bayern gewinnen wird - weil die Mannschaft rund 30% mehr... Von Olaf Storbeck. Mehr…

  • Konjunkturtermine
Konjunkturtermine: Wochenvorschau

Wochenvorschau

Die wichtigsten Ereignisse und Indikatoren in Europa und International