
HB WASHINGTON/JERUSALEM. Kurz vor der geplanten Wiederaufnahme von Nahost-Friedensverhandlungen hat ein blutiger Anschlag auf Israelis im Westjordanland die Hoffnung auf einen Erfolg gedämpft.
Der Überfall mit vier Toten, zu dem sich die radikal-islamische Hamas-Bewegung bekannte, ereignete sich am Dienstag - nur wenige Stunden vor den direkten Gesprächen zwischen Israelis und Palästinensern in Washington. Dennoch wollte sich Israel nicht von den Gesprächen zurückziehen, deutete aber Vergeltungsschläge an.
Das Treffen des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu mit dem Palästinenserpräsidenten Mahmud Abbas solle wie geplant stattfinden, berichtete die israelische Nachrichtenseite ynet. Sie berief sich auf Berater Netanjahus.
Allerdings hieß es weiter, Israel werde wie bei früheren Anschlägen reagieren. Man werde die „Mörder dafür bezahlen lassen“, sagte der israelische Verteidigungsminister Ehud Barack laut der „Jerusalem Post“. In der Vergangenheit waren harte Vergeltungsschläge der israelischen Armee auf ähnliche Überfälle die Regel.
Die US-Regierung zeigte sich nach dem Feuerüberfall bei Hebron im südlichen Westjordanland zurückhaltend in der Frage, wie sich die Attacke auf den Fortgang des Friedensprozesses auswirken könnte. „Wir wissen, dass es in der Region Akteure gibt, die mit solchen Angriffen den Prozess bewusst sabotieren wollen“, sagte der Sprecher des US- Außenministeriums, Philip Crowley.
Der Anschlag wurde an der Bani-Naim-Kreuzung in der Nähe der Siedlerhochburg Kiriat Arba verübt, sagte eine israelische Armeesprecherin in Tel Aviv. Der oder die Angreifer hätten aus einem Versteck das Feuer auf die Israelis eröffnet, die in einem Auto unterwegs waren. Nach israelischen Medienberichten war unter den Opfern auch eine hochschwangere Frau. Es handele sich um Mitglieder einer Familie.
Bereits zuvor hatte das US-Außenamt die Hoffnung auf schnellen Erfolg gedämpft. „Wir erwarten nicht, dass der Frieden bei einem einzigen Treffen erreicht wird“, sagte Crowley. Die US-Regierung unter Präsident Barack Obama wolle allerdings den Beginn eines „lebhaften Prozesses“, an dem sich die politischen Führungen der Parteien „bedeutsam“ beteiligten. Er unterstrich das Ziel, binnen eines Jahres eine Übereinkunft zu erreichen. Die letzten Verhandlungen waren Ende 2008 vor dem Gaza-Krieg abgebrochen worden.
Selbst nach Friedensvertrag muss israel zerstört werden
Eine neue Umfrage unter den Palästinensern ergab folgendes: Selbst wenn US-Präsident barack Obama es schafft, israel und die Palästinenser dazu zu bringen, ein Friedensabkommen zu unterzeichnen, würden die gewalttätigen Versuche, den Staat israel zu zerstören, keineswegs aufhören. Obama ist der festen Meinung, dass Mahmud Abbas und die meisten Palästinenser moderat seien, und dass ein realer und echter Frieden naheliegt. Jedoch zeigt die Umfrage des AWRAD-institutes in Ramallah, dass Obama total falsch liegen muss. Zufällig ausgewählt wurden Palästinenser auf den Straßen der Stadt befragt, ob der Friedensprozeß notwendig oder unakzeptabel sei. Fast 73 % waren der Meinung, dass es notwendig, erwünscht und akzeptabel sei, Gewalt gegen die israelischen Juden anzuwenden um einen unabhängigen Palästinenserstaat zu erreichen. Nur 17,7 % sprachen sich für eine Zweistaatenlösung aus.
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