Vor G20-Gipfel
Chinesische Hacker zielen auf Außenminister

Ein Hackerangriff hat fünf europäische Außenministerien alarmiert: Kurz vor dem G20-Gipfel im September seien Behörden mit einem Trick ausgespäht worden. Es gilt zu klären, ob die chinesische Regierung dahinter steckt.
  • 0

BostonChinesische Hacker haben nach Erkenntnissen amerikanischer Computerexperten die Rechnersysteme von fünf europäischen Außenministerien ausgespäht. Der Angriff sei kurz vor dem Gipfel der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) im September gestartet worden, auf dem der Syrien-Konflikt im Mittelpunkt stand. Nach Angaben des US-Unternehmens FireEye vom Montag schickten die Hacker E-Mails an Mitarbeiter der Ministerien mit Dateien, die Titel wie „US_military_options_in_Syria” trugen. Beim Öffnen dieser Dokumente habe sich eine Späh-Software auf den Computern installiert, erklärte FireEye, das Anti-Viren-Technologie an Unternehmen verkauft. Welche Staaten betroffen waren, wurde nicht gesagt. Es seien alles EU-Staaten.

Die Experten der Firma hätten Ende August rund eine Woche lang die Aktivität des Computer-Servers der Hacker beobachten können. Kurz vor dem G20-Gipfel in St. Petersburg sei der Server gewechselt worden, und die Experten hätten den Kontakt verloren. Sie gehen davon aus, dass genau in dem Moment die Hacker mit ihrem Datendiebstahl begonnen haben.

Der Syrien-Konflikt war eines der Hauptthemen des G20-Gipfels. Zu der Zeit drängten einige europäische Staaten die USA, keine Militäraktion gegen den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad zu unternehmen. Nach Ansicht der Experten von FireEye lassen einige technische Aspekte darauf schließen, dass die Hacker von China aus operierten. Damit lasse sich aber nicht nachweisen, dass die chinesische Regierung in die Aktion verwickelt gewesen sei. Das chinesische Außenministerium bestritt am Dienstag jegliche Hacker-Aktivität.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Vor G20-Gipfel: Chinesische Hacker zielen auf Außenminister"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%