Vor G8-Treffen
OECD sieht robustes Wachstum in Afrika

Die Wirtschaft in Afrika wächst mittlerweile konstant stark, wird aber sehr stark durch die starke weltweite Nachfrage nach Rohstoffen angetrieben. Das ist das Ergebnis der neuesten umfassenden Afrika-Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), die am Montag in Paris vorgestellt wird und ein überraschend positives Bild zeichnet.

BERLIN. „Die Aussicht für einen Großteil Afrikas ist sehr vorteilhaft“, heißt es in dem fast 600 Seiten starken Bericht „African economic outlook“ für die Jahre 2006/2007, der dem Handelsblatt vorliegt. Die OECD stellt zugleich trotz etlicher Krisenherde ausdrücklich den Trend zu einer politischen Stabilisierung und Demokratisierung in vielen afrikanischen Ländern fest. Die Studie dürfte auch die Debatte auf dem G8-Gipfel beeinflussen, auf dem Afrika als eines der Hauptthemen gesetzt ist.

OECD rechnet mit einem starken Anstieg der Wirtschaftsleistung Afrikas um 5,9 Prozent in diesem und um 5,7 Prozent im kommenden Jahr. „Mittlerweile kann man eine positive Bilanz für den Kontinent insgesamt ziehen, weil wir vier Jahre in Folge stabiles Wachstum festgestellt haben“, sagte Lucia Wegner, eine der Autorinnen der Studie, dem Handelsblatt. Untersucht wurde die Entwicklung in 31 afrikanischen Staaten.

Ein erheblicher Teil des Wachstumsimpulses kommt dabei durch die uneingeschränkt starke internationale Nachfrage nach Rohstoffen. Eines der Hauptprobleme sei für die Öl-importierenden Länder die hohe Inflation. Zusätzliche Gefahr für die Rohstoff-importierenden Länder ist zudem der erneute Weg in eine massive Auslandsverschuldung. Problematisch sei nun vor allem die Zunahme unkonditionierter Kredite, die vor allem von China und Indien für die Finanzierung von Importen aus diesen Ländern oder für Infrastrukturprojekte angeboten würden, sagte Wegner.

Sehr ernüchternd fällt aber weiter die Beurteilung darüber aus, ob die Regierungen sich bemühen, die Armut und Ausbildungsdefizite in ihren Ländern zu bekämpfen sowie die Chancengleichheit zu verbessern. „Nur ein Fünftel bis ein Drittel der afrikanischen Länder erreicht die nötigen Zwischenschritte bei den so genannten Milleniums-Zielen, mit denen die Armut bis zum Jahr 2015 halbieren werden soll“, sagte Wegner. Deutlich positiver als der Durchschnitt schneiden hier bei der Beurteilung der OECD vor allem die nordafrikanischen Länder ab.

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