Vor Generalstreik
Gewerkschaftsführer in Nigeria festgenommen

In Nigeria ist der Präsident des Gewerkschaftsverbandes verhaftet worden. Er gehört zu den Initiatoren des geplanten Generalstreiks.

HB BERLIN. Zwei Tage vor dem geplanten Generalstreik in Nigeria ist der Präsident des Gewerkschaftsdachverbandes festgenommen worden. Adams Oshiomhole sei am Flughafen der Hauptstadt Abuja von Sicherheitskräften überwältigt und abgeführt worden, wo er auf eine Maschine in den Süden des Landes gewartet habe, teilte der Nigeria Labour Congress am Samstag mit.

Oshiomhole sei von mehr als 15 Mitgliedern des Staatssicherheitsdienstes auf den Boden gezwungen und dann in ein bereitstehendes Auto ohne Kennzeichen «halb gezerrt, halb getragen» worden, hieß es unter Berufung auf Augenzeugen. Er sei dabei mehrmals zu Boden gegangen und habe mehrere Blutergüsse erlitten. «Wir haben das erwartet», sagte Gewerkschaftssprecher Owei Lekemfa. Außer Gewalt und Einschüchterung habe die Regierung keine Antworten auf die Fragen der Menschen.

Mit dem Streik will der Gewerkschaftsverband gegen die explodierenden Benzinpreise protestieren. Bei letzten Verhandlungen wurde am Freitag keine Einigung über die staatlich kontrollierten Preise erzielt. Diese sind im vergangenen Monat um fast 20 Prozent gestiegen, da die Regierung Subventionen gestrichen hat, um den Benzinmarkt zu deregulieren.

Die Gewerkschaft der Angestellten im Energiesektor teilte am Freitagabend mit, sie werde sich dem Ausstand anschließen. Die Gewerkschaften der Arbeiter in der Öl- und Gasförderung hatte dies bereits am Dienstag angekündigt. Am Donnerstag hatte ferner die Gewerkschaft der Angestellten und Ölarbeiter beim Shell-Konzern einen zweitägigen Streik gegen Pläne zur Stellenstreichung ausgerufen. Das Unternehmen fördert die Hälfte des Öls in dem westafrikanischen Land, das der siebtgrößte Erdölexporteur der Welt ist.

Im Nordosten Nigerias haben islamistische Extremisten derweil einen Polizeikonvoi angegriffen und dabei drei Sicherheitskräfte getötet. Zwölf weitere Beamte seien entführt worden, teilte die Regierung am Samstag mit. Ihr Schicksal sei ungewiss. Der Vorfall ereignete sich am Freitag nahe der Ortschaft Kala-Balge 200 Kilometer nordöstlich der Provinzhauptstadt Maiduguri. In der Region versucht die radikale Sekte Al-Sunna wal Jamma, eine islamistische Gewaltherrschaft nach dem Vorbild der Taliban zu errichten.

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