Vor Gericht

Journalist verteidigt Reichenliste

Weil er die Namen tausender reicher Landsleute veröffentlicht hat, steht der Chefredakteur eines griechischen Magazins vor Gericht. Er habe in öffentlichem Interesse gehandelt, sagte er. Nachahmer gibt es bereits.
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Kostas Vaxevanis verteidigt sein journalistisches Handeln. Quelle: dpa

Kostas Vaxevanis verteidigt sein journalistisches Handeln.

(Foto: dpa)

AthenDie griechische Justiz macht einem Journalisten den Prozess, der eine Liste von mehr als 2000 reichen Landsleuten mit Konten in der Schweiz veröffentlicht hatte. Gegen den am Sonntag vorübergehend festgenommenen Chefredakteur des Magazins "Hot Doc" begann am Montag das Strafverfahren, das aber nach kurzer Zeit auf Donnerstag vertagt wurde. Der wegen Verstoßes gegen den Datenschutz mit zwei Jahren Haft bedrohte Kostas Vaxevanis sagte, er habe im öffentlichen Interesse seine Arbeit getan. "Journalismus muss die Wahrheit ans Licht bringen, wenn andere sie unter den Teppich kehren wollen."

Mittlerweile veröffentlichte ein weiteres Blatt die umstrittene Liste. Die linksliberale "Ta Nea" widmete ihr zehn Seiten. Auf der Liste stehen auch Namen bekannter Griechen aus Politik und Wirtschaft. Die griechischen Behörden erklärten, es gebe keine Hinweise darauf, dass die auf der Liste geführten Personen gegen Gesetze verstoßen hätten.

Bei dem Dokument soll es sich um die sogenannte "Lagarde-Liste" handeln, die in Griechenland seit längerem für heftige Spekulationen sorgt. Sie trägt den Namen der früheren französischen Finanzministerin Christine Lagarde, weil sie zu deren Amtszeit im Jahr 2010 von den französischen Behörden an die Kollegen in Griechenland ausgehändigt wurde. Mittlerweile ist Lagarde Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF). Die Inhaber der Konten sollen bis 2007 rund zwei Milliarden Euro auf Schweizer Konten deponiert haben.

Die Liste führt Personen auf, die auf Steuerhinterziehung geprüft werden sollten. In dem vom Bankrott bedrohten Land steigt die Wut auf Politiker und Reiche. Viele Griechen werfen der Elite vor, ihr Geld im Ausland in Sicherheit zu bringen, während der Großteil der Bevölkerung unter dem drakonischen Sparkurs zu leiden hat.

  • rtr
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18 Kommentare zu "Vor Gericht: Griechischer Journalist verteidigt Reichenliste"

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  • Die Tatsache ist, dass die EU in Spanien Projekte finanziert
    (3/4 EU Anteil), wie z.B.mind. 2 Airports auf denen noch nie ein Flugzeug gelandet ist, da sie völlig unnötig sind. Der Spanier sagt ohne das Geld ader EU hätte er sie auch nicht bauen können. So gibt es viele Beispiele, leider.
    In GR.sagt selbst Frau Merkel im Bundestag, dass sich die Reichen in GR nicht an der Rettung beteiligen.Sie schicken ihr Geld lieber ins Ausland, so wie aus Spanien 300 Mrd. abgeflossen sind und die EU hat dann die Banken mit 100 Mrd gestützt. Und Monti verlangt auch Hilfe von Deutschland.
    Darüber müssten die Zeitungen voll sein, aber es wird nur die Not des GR. Volkes publiziert. Dort aber ist Sozialbetrug ebenfalls verbreitet, wie z.B.blinde Taxifehrer, und die Enkel die vom Konto der Verstorbenen
    regelmäßig die Rente abheben.Auch daskeineisolierten Einzelfälle.

  • der wahre Skandal ist wie wenig unsere Medien über krasse Betrügereien in Griechenland berichten, Es gibt auch eine Liste mit 54000 Namen, die größere Vermögen von GR ins Ausland überwiesen haben, aber nichts passiert. Ist ja auch besser, wenn die EU Geld schickt !

  • Das ist der Gipfel des Skandals!
    Nicht nur dass die griechische "Elite" ihr Geld "in Sicherheit bringt" und, nachdem sie sich erst am öffentlichen Geld bereichert hat, sich jetzt auch noch aus der Verantwortung und Mithaftung entzieht. Und die Griechen schauen zu, haben sie doch die vielen Europäer die für sie haften; Fr. Merkel sein dank wir auch!!!
    Niemand darf sagen das sei erst jetzt bekannt geworden; ich erinnere mich an eine Diskussion bei Fr. Maischberger im ZDF, worin auch schon Gergor Gysi das lapidar als "inner-griechisches Problem" abgetan hat.
    Und unsere Regierung schweigt dazu und erklärt uns die €-Rettung mit Griechenland ist alternativlós.
    Selten ist das deutsche Volk so von einer Regierung - selbst schuld weil selbst gewählt - so getäuscht und belogen worden!
    Daher bin ich auch dere Meinung solche Journalisten braucht das Land, auch und gerade hier, damit die Diskussion über die Risiken die wir schon eingegangen sind endlich in der Öffentlichkeit geführt wird und so auch ins Parlament kommt, wo die hingehört!

  • Das ist ein richtiger Journalist. Nicht diese verblödeten linken Systemlinge wie bei uns, die immer nur gefälschte dpa-Scheiße abdrucken und den ganzen Tag belanglosen Müll, Ablenkungsthemen und EUdSSR-Gehirnwäsche zu bieten haben.

    Unsere Systemlinge schützen sogar ein korruptes Mafia-System in Griechenland und finanzieren es illegal, dass diesen echten Journalisten in den Kerker geworfen hat.

    Hauptsache die Euro- und EUdSSR-Religion geht voran. Alle völlig geistesgestört.

  • Was macht der Mann eigentlich in Griechenland, wir bräuchten ihn auch hier.

  • Ist denn nicht der persönliche Beauftragte der Frau Bundeskanzler für Griechenland, der parlamentarische Staatssekretär im Arbeitsministerium Hans-Joachim Fuchtel nicht Rechtsanwalt?

    Der könnte doch den Vaxevanis kostenfrei und als Transferleistung Deutschlands vor Gericht vertreten und mit seinen "guten Beziehungen" (zum Griechenstaat) für einen Freispruch erster Güte sorgen....

    Aber ich vergass: vielleicht ist der tapfere Schwarzwälder ja ein Etablierter und der Meinung, dass der Vaxevanis in den Bau gehört..... vielleicht ist seine Beauftragerin ja auch der Meinung.... und der Meinung sowas wäre einmichsung in die inneren Angelegenheiten...

  • "Die griechischen Behörden erklärten, es gebe keine Hinweise darauf, dass die auf der Liste geführten Personen gegen Gesetze verstoßen hätten." - Ein modernes Zuhälterkartell!! Hoffentlich knallt es weiter und lauter denn je zuvor. Die griechischen Behörden, viele von ihnen ohne reale Besetzung, existieren noch immer. Und die dummen deutschen Steuerzahler: zahlen. DDR 2.0.

  • Vaxevanis ist ein wahrer Held mit viel Zivilcourage! Von der Sorte sollte es in Griechenland, aber auch bei uns noch viel mehr geben. Man kann nur hoffen, dass er genügend Unterstützung von seinen Kollegen in ganz Europa und seitens der Politik erhält, damit dieser mutige Mann nicht im Gefängnis verschwindet. Sollte dieser Mann durch ein politisches Urteil verschwinden, müsste ein Aufschrei durch ganz Europa gehen und diese sog. politische Elite Griechenlands hätte jeden Kredit auf weitere Solidarität verspielt!

  • Sollen deutsche Bürger " ewig " für GR einstehen,
    weil in Griechenland kaum die Bereitschaft besteht,
    Vereinbarungen mit der EU einzuhalten, Steuergesetze
    umzusetzen, Steuerflucht zu verfolgen und somit die
    Einnahmen für das Land zu verbessern.

    In Deutschlend und den USA wird sogar mit Daten aus
    der Schweiz und aus Lichtenstein nach Steuerbetrügern
    gesucht. In Griechenland aber verschwinden Daten von
    Steuerflüchtlingen. Und wenn diese dann "gefunden" und
    veröffentlicht werden, dann kommt der "Finder" der Daten
    zunächst in Haft und ganz schnell vor Gericht.

    Die Geduld der Mitglieder der EU mit Griechenland sollte
    bald ein Ende haben, damit ein böses Ende für die EU noch
    vermieden werden kann. Jürgen Kalähne

  • Sicher kein Zufall. Was sollen denn die normalen Tagesschau-Gucker denken, wenn unsere Rettungsmilliarden angenommen, die reichen Griechen jedoch geschützt werden? Wie soll man die den Griechen scheinbar angeborene Lethargie in Sachen Reformwillen erklären, wenn der Haftbefehl gegen einen Nestbeschmutzer nur wenige Stunden dauert? Und das dann noch am Wochenende.

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