Vor Inkrafttreten
Iran-Sanktionen zeigen Wirkung bei Banken und Versicherern

Viele Öltanker weltweit sind bei europäischen Versicherungen abgesichert. Wie sich zeigt, wird das zum Problem. Die EU-Sanktionen gegen Iran erlauben keine Absicherung für außer-europäische Öltransporte aus dem Land.
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Tokio/Seoul/BrüsselAsiatische Länder und internationale Versicherer dringen auf eine Abschwächung der zum 1. Juli in Kraft tretenden Öl-Sanktionen der Europäischen Union gegen den Iran. Japan und Südkorea fürchten nach Angaben aus Regierungs- und Branchenkreisen um wichtige Rohöl-Lieferungen aus der Islamischen Republik, deren wichtigste Abnehmer in Asien sitzen. Hintergrund ist, dass europäische Assekuranzfirmen mit Inkrafttreten der Sanktionen den Transport iranischer Öl-Exporte auf dem Seeweg nicht mehr versichern dürfen. 95 Prozent der Welt-Tankerflotte haben Policen von Versicherern und Rückversicherern aus Europa.

„Wir sind der Ansicht, dass diese Regelung zu weit geht, weil sie außereuropäische Firmen trifft“, sagte ein auf Anonymität bestehender Regierungsvertreter aus Südkorea. Nicht nur sein Land, sondern auch Japan, China und andere Staaten der Region seien betroffen. Ohne eine Lösung könnte nach dem 1. Juli der Ölfluss aus dem Iran versiegen.

Mit den Sanktionen, zu denen vor allem ein Einfuhrverbot für iranisches Öl nach Europa gehört, will die EU die Führung in Teheran für ihr Atomprogramm bestrafen. Das Land steht im Verdacht, unter dem Deckmantel der Energieerzeugung an Atomwaffen zu arbeiten. Der Iran bestreitet die Vorwürfe.

Über die Folgen des Öl-Embargos für die Versicherungen beraten die EU-Außenminister japanischen Branchenvertretern zufolge am kommenden Freitag. Sollte das Treffen ohne konkrete Ergebnisse bleiben, könnten die Gespräche bis Ende April dauern.

Obwohl die Sanktionen noch nicht in Kraft sind, zeigen sie schon jetzt Wirkung, wie es in Schifffahrtskreisen heißt. Europäische Versicherer weigerten sich, neue Tankertransporte mit iranischem Öl zu versichern. „Wer geht so große Risiken ein, wenn europäische Firmen keinen Versicherungsschutz bieten?“, heißt es in südkoreanischen Kreisen. Die Reedereien suchten zwar nach Lösungen, diese seien aber ohne Alternativvorschläge der EU nicht realisierbar. Wegen der Sanktionen beförderten Reedereien wie Frontline und Maersk schon heute kein Öl aus dem Iran.

Eine Alternative zu europäischen Versicherungen könnte nach Angaben aus asiatischen Branchenkreisen darin bestehen, dass der Staat die mit dem Öl-Transport verbundenen Risiken abdeckt. Die indische Regierung denke bereits über Bürgschaften nach. Alternativ könnten auch Versicherer aus Russland, China und dem Nahen Osten einspringen.

Eine weitere Folge des Iran-Konflikts ist die anstehende Überweisungsblockade von europäischen Banken nach Iran. So wurde der internationale Finanzdienstleister Swift von der EU angewiesen, keine Überweisungen an iranische Banken mehr vorzunehmen. Das Unternehmen bestätigte, es müsse dieser Anweisung Folge leisten, weil es belgischem Recht unterliege.

Die EU-Regierungen hatten zuvor beschlossen, dass Unternehmen, deren in der EU befindliches Vermögen eingefroren ist, keine Überweisungen aus der EU mehr erhalten dürfen. Dies betrifft sowohl die iranische Zentralbank als auch die Geschäftsbanken.

„Die EU-Entscheidung zwingt Swift zum Handeln“, heißt es in einer Erklärung des Swift-Chefs Lázaro Campos. „Die Verbindung zu Banken zu kappen ist ein außergewöhnlicher und bisher nicht dagewesener Schritt für Swift. Dies ist die direkte Folge des internationalen und multilateralen Handelns zur Verstärkung finanzieller Sanktionen gegen den Iran.“ Die Kappung der Datenverbindungen zu den iranischen Banken werde am Samstag um 16 Uhr erfolgen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Vor Inkrafttreten: Iran-Sanktionen zeigen Wirkung bei Banken und Versicherern"

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  • ...weil sich der Iran sperrt.

  • Und keiner weiß wirklich so genau ob die Vorwürfe gegen den Iran tatsächlich stimmen.

  • Prima, was die EU macht. Am besten wir verlagern alle Geschäfte direkt nach China, enteignen alle europäischen Bürger und Unternehmen und ... ja was dann?
    Vielleicht sollten wir lieber "unsere" gehirnamputierten Eurokraten abschaffen, bevor alles zu spät ist.

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