Vor Kopenhagen
Brief der Außenminister zum Klimagipfel

Im Folgenden finden Sie die Dokumentation des Briefs der Außenminister von Dänemark, Schweden, Großbritannien, Frankreich und Finnland an Zeitungsredaktionen vom 10. September 2009.

Bis Kopenhagen sind es noch 87 Tage. Vor uns liegt eine enorme diplomatische Herausforderung, wenn wir ein ehrgeiziges, wirkungsvolles und gerechtes Abkommen aushandeln wollen, wie wir es brauchen, um einen eskalierenden Klimawandel mit verheerenden Konsequenzen für Europa und die übrige Welt abzuwenden.

Überall auf der Welt und besonders in den ärmsten und schwächsten Ländern droht die Erderwärmung schon jetzt die entwicklungspolitischen Anstrengungen in den Bereichen Gesundheitsversorgung, Landwirtschaft und Infrastruktur zu unterminieren. Migrationsströme, ausgelöst durch einen Mangel an Wasser- und Landressourcen, verschärfen die sozialen Spannungen und gefährden die politische Stabilität und Sicherheit.

Der Klimawandel könnte beträchtliche geopolitische Veränderungen herbeiführen. Er wird in zunehmendem Maße Einfluss auf die außenpolitischen Entscheidungen aller unserer Länder haben. Die Außenministerien Europas sind jetzt gefordert, einen echten Beitrag zu den Bemühungen um ein Abkommen in Kopenhagen zu leisten. Die Europäische Union muss erneut eine Führungsrolle übernehmen, um die Verhandlungen wieder in Gang zu bringen - sie muss sich entschlossen zeigen, ehrgeizige Maßnahmen zur Emissionsminderung in den eigenen Ländern zu ergreifen und die Entwicklungsländer mit finanzieller und technologischer Unterstützung auf einen klimafreundlichen Wachstumspfad zu bringen.

Am 10. September haben wir uns in Kopenhagen getroffen, um zu beraten, wie wir diese kollektive diplomatische Herausforderung angehen wollen. Wir haben Folgendes zugesagt:

- Wir werden auf ein Abkommen in Kopenhagen dringen, das ehrgeizig genug ist, um die Erderwärmung auf maximal 2 Grad zu begrenzen.

- Wir werden uns für ein ehrgeiziges und gerechtes internationales Angebot einsetzen, bei dem Europa einen fairen Anteil an der Finanzierung der Mitigations-, Adaptations- und technologischen Anstrengungen der Entwicklungsländer übernimmt.

- Wir werden uns persönlich dafür engagieren, die volle Kraft unserer diplomatischen Anstrengungen dafür einzusetzen und die Ressourcen unserer kollektiven diplomatischen Netze zu mobilisieren, um unsere wichtigsten Partner in diesen Verhandlungen zu anspruchsvollen Zusagen zu bewegen.

- Wir werden darauf hinarbeiten, dass die Herausforderungen, die der Klimawandel für die internationale Stabilität und Sicherheit darstellt, einen vorrangigen Platz auf der internationalen Agenda erhalten.

- Wir werden darauf hinarbeiten, dass die EU in den Verhandlungen weiter Führung zeigt durch die Bereitschaft, über unsere jetzige Verpflichtung zur Reduzierung der Emissionen bis 2020 um 20 Prozent hinauszugehen und diese Emissionen im Rahmen eines ehrgeizigen Abkommens und vergleichbarer Anstrengungen der anderen Partner um 30 Prozent zu senken.

Durch starke Signale hinsichtlich der Finanzierung für Mitigation, Adaptation und Technologie werden wir zu einem Vorschlag beitragen, der alle Länder für ein neues, in Kopenhagen zu schließendes Abkommen gewinnen wird.

Die Konferenz in Kopenhagen kann keine neuen internationalen Regelungen zur Bekämpfung des Klimawandels beschließen, wenn wir nicht zu einem politischen Ausgleich zwischen allen Parteien gelangen. Wir müssen gegenseitiges Vertrauen und Zuversicht schaffen, dass der einzige Weg zu nachhaltigem globalem Wachstum in einem klimafreundlichen Umbau unserer Wirtschaft besteht. Ihn können wir zum großen Leitmotiv Europas im einundzwanzigsten Jahrhundert machen.

David Miliband, Minister für auswärtige und Commonwealth-Angelegenheiten, Vereinigtes Königreich

Carl Bildt, Außenminister, Schweden

Per Stig Møller, Außenminister, Dänemark

Bernard Kouchner, Minister für auswärtige und europäische Angelegenheiten, Frankreich

Alexander Stubb, Außenminister, Finnland

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