Vor Kopenhagen
Brown fordert Milliarden-Klimafonds der Reichen

Der britische Premierminister Gordon Brown hat wenige Tage vor dem Klimagipfel in Kopenhagen einen Milliarden-Fonds der reichen Länder vorgeschlagen. Mit ihm sollen die Klimaschutz-Bemühungen der Entwicklungsländer unterstützt werden.
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PORT OF SPAIN. Das Volumen des Fonds solle bis 2012 auf zehn Milliarden Dollar ansteigen, sagte Brown bei der Vorstellung seines Vorhabens am Freitag auf einer Konferenz der 53 Commonwealth-Staaten auf der Karibik-Insel Trinidad und Tobago. Bereits ab kommenden Jahr sollen ärmere Länder auf die Mittel zugreifen können, wenn sie in Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels investieren. Das Geld soll von den Industriestaaten kommen. Er gehe davon aus, dass die Europäische Union und die USA bereit sein dürften, den Fonds zu finanzieren, sagte Brown.

Mit dem Vorstoß will Brown unmittelbar vor Beginn des Weltklimagipfels in Kopenhagen den Entwicklungsländern signalisieren, dass die reichen Ländern bereit sind, finanzielle Zuschüsse zu gewähren, wenn dadurch mehr in klimafreundliche Maßnahmen investiert wird. „Je mehr Kohlendioxid ihr reduziert, je mehr Tonnen an Treibhausgasen gespart werden, umso mehr Geld gibt es aus diesem Fonds“, sagte Brown. Viele Schwellen- und Entwicklungsländer sehen zuallererst die Industriestaaten in der Pflicht, weil diese erheblich mehr Treibhausgase produzieren.

Brown betonte, er hoffe, von Frankreichs Präsidenten Nicolas Sarkozy unterstützt zu werden, der zu dem Treffen in Port of Spain angereist war. Sarkozy hatte zuvor an einem Treffen der Amazonas-Staaten in Brasilien teilgenommen. Diese hatten die industrielle Welt aufgefordert, ihre Hilfen für Klimaschutzprogramme in den Entwicklungsländern deutlich aufzustocken. Die reichen Länder müssten dazu zwischen 0,5 und 1 Prozent ihres Bruttoinlandsproduktes (BIP) zur Verfügung stellen.

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