Vor Landesbanken-Fusion: EU pocht auf Westimmo-Verkauf

Vor Landesbanken-Fusion
EU pocht auf Westimmo-Verkauf

Die EU-Kommission sieht den Verkauf der Westdeutschen Immobilienbank (Westimmo) als Lackmustest dafür, ob sie sich auf Zusagen der WestLB verlassen kann. Sollte der Verkauf der Immobilientochter scheitern, könnte das "schwerwiegende Konsequenzen" für die Düsseldorfer Landesbank haben, erfuhr das Handelsblatt aus Finanzkreisen
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DÜSSELDORF. Die Brüsseler Wettbewerbshüter würden dann auch die Erfolgsaussichten der angestrebten Fusion zwischen WestLB und BayernLB eher skeptisch beurteilen, hieß es weiter.

Der Verkauf der Westimmo dürfte deshalb auch auf die Agenda der nächsten Aufsichtsratssitzung der WestLB in der kommenden Woche stehen. "Die Kommission erachtet den Verkauf für außerordentlich wichtig, das wäre natürlich ein wichtiges vertrauensbildendes Signal", hieß es in Brüssel. Gegebenenfalls müsse die WestLB auch einen niedrigen Preis akzeptieren, erfuhr das Handelsbaltt aus Berliner Regierungskreisen.

Der Westimmo-Verkauf schleppt sich seit Monaten dahin, nach einer Fristverlängerung muss der Deal aber bis Ende des Jahres in trockenen Tüchern sein. Die Brüsseler Wettbewerbshüter haben milliardenschwere Beihilfen der WestLB-Eigentümer unter strengen Auflagen gebilligt, dabei zählt die Westimmo zu den größten Vermögensteilen, die verkauft werden müssen. Im Bieterwettstreit um die Westimmo sind noch der Finanzinvestor Apollo und der Immobilienfinanzierer Aareal Bank, die Gebote sollen um die 500 Mio. Euro liegen.

Nach Angaben aus Finanzkreisen wird derzeit darüber beraten, ob Risikoaktiva aus der Westimmo abgespalten werden, um das Übernahmeobjekt attraktiver zu gestalten. Denkbar wäre beispielsweise eine Auslagerung von Wertpapieren, deren Bonitätsnoten sich wegen der Irland-Krise verschlechtert haben oder auf dem Prüfstand der Ratingagenturen stehen.

Die WestLB muss auf Geheiß der Brüsseler Wettbewerbshüter selbst bis Ende 2011 einen neuen Mehrheitseigentümer finden. Dabei fährt der Verkaufsbevollmächtigte Friedrich Merz zweigleisig. Parallel zur möglichen Fusion mit der BayernLB startet der frühere Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion heute offiziell den Verkaufsprozess. pk/saf/lud/yo

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