Vor Obama-Besuch
Medwedew verknüpft Abrüstung mit US-Raketenabwehr

Vor dem Besuch von US-Präsident Barack Obama in Moskau an diesem Montag hat Russland eine Verringerung seiner Atomwaffen erneut an ein Ende der US-Pläne für eine Raketenabwehr geknüpft.

HB MOSKAU. Vor dem Besuch von US-Präsident Barack Obama in Moskau an diesem Montag hat Russland eine Verringerung seiner Atomwaffen erneut an ein Ende der US-Pläne für eine Raketenabwehr geknüpft. Solange Washington an dem in Polen und Tschechien vorgesehenen System festhalte, würden die russischen Streitkräfte ihre volle atomare Schlagkraft aufrechterhalten, sagte Kremlchef Dmitri Medwedew in einem Interview für italienische Medien, dessen Inhalt der Kreml am Sonntag veröffentlichte. "Für uns hängen beide Dinge zusammen", unterstrich der Präsident. Medwedew und Obama wollen sich in Moskau auf ein Nachfolgeabkommen für den am 5. Dezember 2009 auslaufenden START-Vertrag zu strategischen Waffen verständigen.

Medwedew lobte die Dialogbereitschaft der neuen US-Administration bei der US-Raketenabwehr. Obamas Vorgänger George W. Bush, der das System vorangetrieben hatte, sei in dieser Frage "sehr hartnäckig" gewesen. Auch Obama sagte in einem Gespräch mit russischen Medien, die bilateralen Beziehungen seien zuletzt "nicht so fest gewesen, wie sie sein sollten". Die USA wollten mit Russland "gleichberechtigt zusammenarbeiten", betonte er vor seiner Reise. Laut Washington ist die geplante Raketenabwehr gegen Angriffe aus dem Iran gerichtet. Russland sieht das Projekt hingegen als Bedrohung seiner Sicherheit.

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