Vor Präsidentenwahl: Zivilisten bei Selbstmordanschlag in Afghanistan getötet

Vor Präsidentenwahl
Zivilisten bei Selbstmordanschlag in Afghanistan getötet

Anfang April wählen die Afghanen einen neuen Präsidenten. Die Gewalt vor der historischen Abstimmung hält an. Im Norden sprengt sich ein Attentäter auf einem belebten Basar in die Luft.
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KabulKnapp drei Wochen vor der Präsidentenwahl in Afghanistan hat ein Selbstmordattentäter auf einem belebten Markt im Norden des Landes ein Blutbad angerichtet. Bei dem Anschlag in der Provinzhauptstadt Maimana seien 17 Zivilisten getötet worden, darunter eine Schwangere und zwei Kinder, sagte der Vize-Gouverneur der Provinz Fariab, Abdul Sattar Bares. 46 Zivilisten seien veletzt worden, als sich der Attentäter in einer Autorikscha in die Luft sprengte. „Die Explosion war so stark, dass die Leichen in Stücke gerissen wurden.“

Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat. Aus Kreisen der Provinzregierung hieß es, wegen des bevorstehenden afghanischen Neujahrsfestes an diesem Freitag seien ungewöhnlich viele Menschen auf dem Markt einkaufen gewesen. Fariab gehört zum nordafghanischen Einsatzgebiet der Bundeswehr.

Die Taliban haben Anschläge angekündigt, um die Präsidentenwahl am 5. April zu stören. Der afghanische Präsident Hamid Karsai verurteilte die Tat als „unmenschlich“. Karsai regiert seit Ende 2001 und darf bei der Wahl laut Verfassung nicht ein drittes Mal antreten. Insgesamt bewerben sich zehn Kandidaten um das Präsidentenamt.

Gut eine Woche nach dem Tod des bisherigen ersten Vizepräsidenten Mohammad Kasim Fahim nominierte Karsai Ex-Parlamentssprecher Mohammad Junus Kanuni als Nachfolger auf dem Posten. Das teilte der Präsidentenpalast mit. Kanuni muss noch vom Parlament bestätigt werden. Fahim war an einer Krankheit gestorben. Kanuni gehörte der früheren Nordallianz an, die gegen das Taliban-Regime kämpfte.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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