Vor Schicksalswahl
Griechen räumen Euro-Konten leer

Die Griechen fürchten einen Sieg der Reformgegner bei der Parlamentswahl. Deswegen räumen sie ihre Euro-Konten leer und bereiten sich mit Hamsterkäufen auf eine mögliche Rückkehr der Drachme vor.
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AthenDie Griechen haben kurz vor der Parlamentswahl in wachsender Zahl ihre Konten geräumt und sich mit Hamsterkäufen für einen Ausstieg aus dem Euro gewappnet. Allein von den Sparkonten der größten Institute des Landes wurden jüngst pro Tag 500 bis 800 Millionen Euro abgezogen, wie die Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch von mehreren Bankern erfuhr.

Bei einem Sieg der Reformgegner am Sonntag droht dem vom Ausland seit Mai 2010 über Wasser gehaltenen Euro-Mitglied die Pleite und womöglich die Rückkehr zur ungeliebten Drachme. Auch die Banken in Deutschland rüsten sich für den Ernstfall - den ersten Austritt eines Landes aus der Euro-Zone.

„Die Menschen schreckt die Aussicht auf eine Rückkehr der Drachme", sagte der Chef des Einzelhandelsverbandes, Vassilis Korkidis, in Athen. Hamsterkäufe seien aber nicht die Lösung. „Man darf nicht in Panik verfallen. Wenn man den Schrank mit Lebensmitteln füllt, entgeht man der Krise dennoch nicht."

Die nervöse Stimmung in der Bevölkerung wurde von Gerüchten angeheizt, die radikale Linke unter ihrem charismatischen Anführer Alexis Tsipras werde die Wahl klar gewinnen und die über Jahrzehnte als Weichwährung verrufene Drachme stehe vor einem Comeback.

Mit zur Unsicherheit trägt bei, dass die Veröffentlichung von Umfragen kurz vor der Wahl verboten ist, aber dennoch Ergebnisse von angeblich geheimen Befragungen lanciert werden. Einen klaren Sieg der radikalen Linken, die sich nach den letzten verfügbaren Umfragen ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit den Reformbefürwortern von der konservativen ND liefern wird, halten Demoskopen hinter vorgehaltener Hand für unwahrscheinlich. „Das dürften gezielt gestreute Zahlen sein, mit denen Parteien ihre Position verbessern wollen."

Kommentare zu " Vor Schicksalswahl: Griechen räumen Euro-Konten leer"

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  • Ja Hy Auch,

    lächerlich, - es wird immer Schwarzmärkte geben, man ist immer fein raus....

    Es sei denn, es liefe wie unter Mao oder Pol Pot, - TODESSTRAFE allein schon bei VERDACHT oder DENUNZIATION ohne Beweis; Pol Pot z.B. hat ein Viertel der eigenen Bevölkerung massakrieren lassen, es reichte schon, wenn man Brillenträger war....

    Er hasste Inelligenzia usw., - stellten Gefahr da...

    Lasst euch ja nicht ins Boxhorn jagen, alles nur Propaganda, kauft PHYSISCHE EDELMETALLE; und ja nicht ins Schliessfach der Institute, jene werden im Fall der Fälle nur noch im Beisein von Zoll & Finanzbeamten zu öffnen sein, mit Siegel versehen, damit die "Erstöffnung" nicht zufgällig verpasst wird von jenen SCHERGEN der "MERKEL - CHUNTA"

    Lasst Euch bitte nicht verarschen, denn leider lauert der RUIN der breiten Massen.

    Wer schlau ist, der vertraut denen kein Stück, was hindert Euch Eure eigene Unabhängigkeit in die Hand zu nehmen?

    Seit Stolz drauf, und erinnert euch an's Zitat von Olli Kahn:

    Jungs, wir müssen EIER zeigen!!!

    Gehabt Euch Wohl



    M!

  • Unglaublich.

    Ihr eigenes Geld in Sicherheit schaffen und die Deutschen dafür rügen, dass sie nur x,x Mrd. € nach Griechenland pumpen.

    Sieht so Patriotismus und Solidarität aus?

  • Populismus pur, typisch Handelsblatt!!!! Passt genau in die Berichterstattung, die das HB seit 2 Jahren über Hellas veröffentlicht, um die deutsche Meinungsbildung zu manipulieren! Eine Schande! Ich bin seit 2 Monaten in Hellas und habe nichts von einem Bank-Run, noch von Hamsterkäufen gesehen. Es ist nicht einmal ein Thema über das man sich im Alltag unterhält! Das ist Yellow-Press, Gratuliere HB!

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