Vor Somalia
Zahl der Piratenüberfälle schießt in die Höhe

Im ersten Quartal 2009 hat sich die Zahl der Piratenüberfälle gegenüber dem Vorjahreszeitraum weltweit fast verdoppelt. Fast der gesamte Anstieg betrifft dabei das Seegebiet vor Somalia. Dort hat sich die Zahl der Überfälle sogar verzehnfacht, obwohl internationale Kriegsschiffe seit Ende 2008 dort patrouillieren.

BERLIN. Im ersten Quartal wurden 34 Schiffe geentert, 29 beschossen und neun entführt. Die Piraten gingen dabei immer brutaler vor, teilte das International Maritime Board (IBM), eine Unterorganisation der Internationalen Handelskammer, mit. Allerdings gelinge es ihnen immer seltener, die angegriffenen Schiffe auch zu entführen.

Neben Somalia ist vor allem die Küstenregion von Nigeria ein Schwerpunkt für Piratentätigkeit. Dort werden meist Schiffe attackiert, die in der Ölbranche eingesetzt werden. Die Zahl der Angriffe steigt aber auch vor Peru, während die Überfälle in der Straße von Malakka vor Malaysia stark abgenommen haben. Als Grund sieht das IMB dabei die verstärkten Kontrollen südostasiatischer Staaten und verbesserte Schutzvorkehrungen auf den durchfahrenden Schiffen. Das IMB fordert ausdrücklich, dass die internationale Gemeinschaft gerade im Golf von Aden vor Somalia ihre Marineverbände nicht abzieht, sondern eher verstärkt.

Die somalische Regierung hat vorgeschlagen, selbst verstärkt gegen die Piraterie vorzugehen. Dafür brauche man aber internationale Hilfe für den Aufbau einer somalischen Kriegsflotte. Allerdings hat die Regierung wegen des Vormarschs radikal-islamischer Gruppen die Kontrolle über weite Teile des Landes verloren. Die internationale Gemeinschaft will noch diese Woche über Wege beraten, wie das Land stabilisiert werden kann.

Der Grünen-Fraktionsvize Jürgen Trittin wird derweil nicht wie geplant zum Prozess gegen die von der Bundeswehr gefassten Piraten ins kenianische Mombasa reisen. Der Aufwand sei nicht vertretbar, da der Prozess am heutigen Mittwoch voraussichtlich rasch vertagt werde, teilte die Grünen-Bundestagsfraktion mit.ink

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